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Rudolf Heidrich inmitten seiner Hühner: Durch den mobilen Stall kann der Frohnloher Landwirt rund 1000 Legehennen im Freien halten. Ziegenbock „Horst“ (im Foto) und weitere Ziegen vertreiben Greifvögel, die sich gerne mal Hühner schnappen.  

Landwirt will gegen Landratsamt klagen

Für Freilandhaltung zur Kasse gebeten

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Freilandhaltung und das Wohlbefinden von Tieren ist inzwischen vielen Verbrauchern wichtig. Landwirt Rudolf Heidrich aus Frohnloh hat sich deshalb einen mobilen Hühnerstall angeschafft. Dafür wird er jetzt zur Kasse gebeten – wegen angeblicher Beeinträchtigung des Landschaftbildes.

Frohnloh – Rudolf Heidrichs Hühner sind auf Achse. Zumindest die Hälfte. Legehennen in Bodenhaltung hat der Landwirt aus Frohnloh schon lange. Doch seit Kurzem besitzt er auch einen mobilen Stall für 1000 Hühner. Die sind quasi Camper. Alle paar Wochen wird ihr Stall auf Rädern mit dem Traktor rund 100 Meter versetzt, so dass die Tiere wieder eine grüne Wiese und einen schönen Auslauf vorfinden – nicht aufgepickt, nicht verkotet. Und die beanspruchte Grasnarbe kann regenerieren.

Weniger schön findet offensichtlich das Landratsamt Starnberg diese Form der Tierhaltung im Außenbereich. Das rund 17 Meter lange Hühner-Wohnmobil beanspruche „bislang unversiegelten landwirtschaftlich genutzten Grund und Boden in nicht unerheblichem Ausmaß“, heißt es in einem Schreiben. Vor allem störe der Stall das Landschaftsbild, denn er stehe in einer vom Ort abgesetzten Lage relativ offen und einsichtig. Wegen erheblichen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft hat die Kreisbehörde den Landwirt deshalb neben den Kosten für Baugenehmigung und naturschutzrechtliche Befreiung (zusammen 440 Euro) zu einer Ersatzgeldzahlung in Höhe von 3400 Euro an den Bayerischen Naturschutzfonds verdonnert.

Dass sein mobiler Stall die Landschaft verschandeln soll, kann Rudolf Heidrich nicht nachvollziehen. „Jeder, der vorbeifährt, freut sich“, sagt er aus seiner Erfahrung. Und die Kunden seien hellauf begeistert, berichtet Ehefrau Petra. Sie findet die Ersatzzahlung in höchstem Maße ungerecht: „Da tut man das Bestmögliche, sorgt für eine tiergerechte Haltung und wird bestraft.“

Das sieht auch Rudolf Heidrich so. Ihm gehe es in erster Linie nicht ums Geld, sondern ums Prinzip, sagt der Frohnloher. Er hegt außerdem Zweifel, dass Landwirte in anderen Landkreisen für ihre – teils sogar noch größeren – mobilen Hühnerställe zur Kasse gebeten werden. „Das ist doch Wegelagerei“, empört sich Heidrich. Er will sich das nicht gefallen lassen und hat deshalb bereits einen Anwalt eingeschaltet. Der soll in den nächsten Tagen gegen den Bescheid des Landratsamts eine Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht einreichen.

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