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Ein bisschen Zeit benötigen die Kartoffeln von Landwirt Rudolf Heidrich noch, dann sind sie schalenfest und reif für die Ernte.

Zu viel Regen für die Knollen

Rudolf Heidrich aus Frohnloh ist der letzte Kartoffelbauer im Würmtal. Das Wetter macht ihm in diesem Jahr wieder einmal zu schaffen. Die Ernte verzögert sich.

Krailling – Richtig los geht es mit der Kartoffelernte erst Mitte September. Dass der Ertrag heuer eher durchschnittlich ausfallen wird, kann Rudolf Heidrich, Landwirt aus Frohnloh, jedoch schon jetzt vorhersagen. Schuld ist, wie so oft, das Wetter.

Durch den Kälteeinbruch im April habe sich das Wachstum stark verzögert. Auch die extreme Trockenheit im Frühjahr sei nicht gerade hilfreich gewesen. „Dafür haben wir momentan fast schon zu viel Niederschlag“, so Heidrich, der in seinem Dorfladen eine Mischung aus Früh- und Spätkartoffeln anbietet. Seine Abnehmer seien Privatkunden, die das regionale Angebot schätzten und ganz bewusst beim Landwirt einkauften.

Bereits die Eltern von Rudolf Heidrich bauten Kartoffeln an, er selbst tut es ihnen seit 40 Jahren gleich. Während dieser Zeit habe er einige Änderungen im Einkaufsverhalten seiner Kunden feststellen können. „Die Leute kaufen deutlich kleinere Mengen, kommen dafür aber öfter“, so der Landwirt. Die Zeiten, in denen zwischen 25 und 50 Kilogramm pro Kunde über die Theke gingen, seien vorbei. Stattdessen würden die Abnehmer maximal drei Kilo auf einmal kaufen.

Grund seien die veränderten Lagerbedingungen. Nicht nur, dass kleine Wohnungen in der Regel keinen Platz für derart große Mengen bieten. Die meisten Häuser seien mittlerweile vom Keller bis zum Dachboden geheizt. Kartoffeln müssten aber kühl und dunkel gelagert werden. „Hinzu kommt, dass die Familien immer kleiner werden“, so Rudolf Heidrich.

Auch der Geschmack habe sich im Laufe der Jahre verändert. Immer mehr Kunden würden die festeren Kartoffeln bevorzugen. Warum das so ist, kann sich der Landwirt aus Frohnloh nicht erklären. Zumal es Speisen gebe, für die mehlige Kartoffeln besser geeignet seien, darunter Kartoffelpuffer oder Knödel.

Im Schnitt erwirtschaftet Heidrich, der sechs verschiedene Sorten anbietet, bis zu 150 Tonnen Kartoffeln pro Jahr. Der Zeitpunkt der Ernte hängt vor allem von einem Faktor ab: „Die Kartoffeln müssen schalenfest sein.“ Die Schale lässt sich dann nicht mehr mühelos mit dem Daumen abreiben, die Kartoffeln eignen sich zur Lagerung.

Dass die Landwirtschaft stark von der Witterung abhängig ist, bekommt Heidrich Jahr für Jahr aufs Neue zu spüren. 2015 sorgte eine Hitzeperiode für einen schwächeren Ernteertrag, 2016 litt das Getreide unter zu viel Regen. Die Kartoffeln steckten die Niederschläge damals allerdings gut weg.

Karin Priehler

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