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Verleihung der Kraillinger Bürgermedaille: Karin Wolf (li.) zeichnete im voll besetzten Rathaussaal Jochen Schwerdtner und Marlene Spitzer aus.

Neujahrsempfang

 Marlene Spitzer und Jochen Schwerdtner erhalten Kraillinger Bürgermedaille

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Die Gemeinde Krailling hat im Rahmen ihres Neujahrsempfangs Marlene Spitzer und Jochen Schwerdtner mit der Bürgermedaille ausgezeichnet.

Krailling –Es ist eher ungewöhnlich, dass Auswärtige mit der Bürgermedaille einer Gemeinde geehrt werden. Das sieht auch Marlene Spitzer so: „Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich als Nicht-Kraillingerin diese Auszeichnung erhalte.“ Die Sollnerin wurde am Mittwochabend im Rahmen des Neujahrsempfangs von der 2. Bürgermeisterin Karin Wolf mit der Kraillinger Bürgermedaille geehrt. Verdient habe sie diese Auszeichnung allemal, sagte Gemeinderätin Dietlind Freyer-Zacherl in ihrer Laudatio. Marlene Spitzer sei über viele Jahre der gute Geist des Caritas-Altenheims Maria Eich gewesen.

Als Marlene Spitzers Ehemann im Ruhestand an Alzheimer erkrankte und sie ihn zu Hause nicht mehr pflegen konnte, fand dieser im Kraillinger Altenheim ein neues Zuhause. Spitzer besuchte ihn täglich, bei schönem Wetter radelte sie von Solln bis ins Würmtal. Im Altenheim packte sie sofort an – und das nicht nur bei der Versorgung ihres Gatten. Sie unterstützte das Heimpersonal, schmierte Brote, fütterte Bewohner und engagierte sich im Heimbeirat.

Auch nach dem Tod ihres Mannes 2011 riss die Verbindung zum Altenheim nicht ab. Als der Heimkiosk stillgelegt wurde, hatte Spitzer die Idee für einen rollenden Kiosk. Sie schaute in Geschäften nach Sonderangeboten und versorgte die Heimbewohner einmal wöchentlich mit Zeitschriften, Süßigkeiten, Blumen und Batterien. Erst als 2015 ihr Enkelkind geboren wurde, legte Spitzer ihre Ämter nieder. Im Altenheim schaut sie aber immer noch, so oft sie kann, vorbei. „Es ist keine Strafe, hier helfen zu dürfen. Es herrscht in dem Haus ein wunderbar guter Geist“, sagte Spitzer mit Blick auf die Leiterin Diana Sturzenhecker und ihr Team.

Die zweite Bürgermedaille überreichte Karin Wolf in Vertretung der erkrankten Bürgermeisterin Christine Borst an Jochen Schwerdtner. Der Kraillinger war 20 Jahre lang Vorsitzender der Volkshochschule im Würmtal (Vhs) und baute diese mit auf. Seiner Hartnäckigkeit und seinem Verhandlungsgeschick sei es zu verdanken, dass die Bildungseinrichtung Anfang 2011 ein eigenes Domizil am Planegger Marktplatz beziehen konnte, sagte 3. Bürgermeisterin Veronika Sanftl in ihrer Laudatio. Auch sei die Würmtaler Vhs eine der wirtschaftlichsten Volkshochschulen in Oberbayern. Während Förderungsraten von 30 Prozent des Finanzaufwandes für andere Kommunen die Regel seien, müssten die fünf Würmtaler Mitgliedsgemeinden lediglich 13 Prozent aufwenden. Auch habe Schwerdtner immer „ein gutes Händchen“ bei der Auswahl seines Personals gehabt, betonte Sanftl. „Seine Mädels“ hätten maßgeblich Anteil daran, dass die Vhs eine so gute Entwicklung genommen habe, erklärte Schwerdtner. Mit ihrem vielfältigen Angebot erreicht die Vhs im Würmtal jährlich rund 10 000 Menschen.

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