Grundschule Krailling

Mehr Bedarf für Sozialarbeit an Schule

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Krailling - Mit den aktuellen Möglichkeiten sei man „allenfalls noch Feuerwehr“, sagt Harry Mayr, Schulsozialarbeiter an der Kraillinger Grundschule. Seine Stelle soll nun aufgewertet werden.

Seit Herbst hat die Kraillinger Grundschule einen Sozialarbeiter – Harry Mayr, der auch den örtlichen Jugendtreff „Kraill-In“ leitet. Zehn Stunden in der Woche, jeweils zweieinhalb an vier Tagen, kümmert sich der 47-jährige Sozialpädagoge um die rund 260 Schüler, führt Einzelgespräche, macht Rollenspiele, bietet Schülersprechstunden an, berät Lehrer gleichermaßen wie Eltern. Sein Fazit nach gut einem Vierteljahr: Krailling sei zwar kein sozialer Brennpunkt. Dennoch gebe es bei einer Zahl über 200 Schülern natürlich Konflikte auf verschiedenen Ebenen und Kinder mit sozialen Defiziten. Er empfahl deshalb dem Gemeinderat, mindestens eine Halbtagesstelle zu bewilligen. „Mit zehn Stunden kann man die Stelle nicht ausfüllen. Da ist man allenfalls noch Feuerwehr.“

In München erhielten Grundschulen bis 250 Schülern eine Sozialarbeiterstelle mit 30 Wochenstunden, berichtete Mayr. Das Konzept der Landeshauptstadt sehe vor, 50 Prozent der Arbeitszeit für Einzelgespräche aufzuwenden, um zu Schülern eine Vertrauensposition aufzubauen. Dafür seien zehn Stunden nicht ausreichend.

Schulleiterin Alexandra Helfrich beurteilte die Arbeit Mayrs als „durchweg positiv“. Er gehe mit einem anderen Blickwinkel an die Dinge heran und habe die Möglichkeit, soziale Probleme aufzuarbeiten, und entlaste die gesamte Schulgemeinschaft. Das Lehrpersonal habe nicht die Zeit, sich mit Konflikten auseinanderzusetzen, seine Aufgabe sei in erster Linie die Vermittlung des Unterrichtsstoffs.

Martin Hofmann (SPD-Fraktion) sah die Notwendigkeit, einen Schulsozialpädagogen zu beschäftigen. Es sei aber nicht die Aufgabe der Gemeinde, diese Stelle zu finanzieren, erklärte er. Eleonore Zwißler (CSU) kritisierte, dass Eltern Aufgaben der Kindererziehung vermehrt der Schule übertrügen. „Ich wehre mich, dass die Gemeinde alles repariert.“ Eltern sollten deshalb die Stelle mit finanzieren, meinte sie. Imme Kaiser (Grüne) erklärte, sie sei von Anfang an gegen eine Kurzzeitstelle gewesen. „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Sozialarbeit könne nicht in homöopathischen Dosen angeboten werden, so Kaiser.

Der Gemeinderat sprach sich grundsätzlich dafür aus, die Stelle des Schulsozialpädagogen aufzuwerten. Gegen vier Stimmen beschloss man, eine Halbtagsstelle in den Stellenplan aufzunehmen. Die endgültige Entscheidung soll erst im Zuge der Haushaltsberatungen fallen. Diese dürfe aber nicht von seiner Person abhängig gemacht werden, betonte Mayr. Er werde seine Arbeit nur bis zum Schuljahresende fortsetzen und könne aufgrund beruflicher Beanspruchung eine Halbtagsstelle nicht ausfüllen. Neben seiner Tätigkeit als Leiter des Kraillinger Jugendtreffs im Bürgerhaus Hubertus ist der Sozialpädagoge auch noch für das Jugendamt des Landkreises Starnberg im Einsatz.

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