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Eine enge Sache: Der Schwertransport mit einem Gesamtgewicht von 245 Tonnen hatte in Frohnloh stellenweise nur wenig Platz zum Rangieren. Der Trafo wird im Umspannwerk Oberbrunn für eine Kapazitätserhöhung sorgen.

Schwertransport von Krailling nach Oberbrunn

Millimeterarbeit mit 245 Tonnen

Für einige war es das Ereignis des Jahres: Diese Woche wurde ein rund 185 Tonnen schwerer Transformator in Millimeter-Arbeit vom ehemaligen Tanklager in Krailling zum Umspannwerk nach Oberbrunn gebracht. Das wird noch bis 2020 saniert und erweitert.

Würmtal Die Anlage unweit der Umgehung Ober-/Unterbrunn gehört dem Netzbetreiber TenneT und dient dazu, den überörtlich mit 220 Kilovolt (kV) transportierten Strom in das Bayernwerk-Netz einzuspeisen, das mit 110 kV betrieben wird – oder umgekehrt abtransportiert wird. Zum Spannungswandel braucht man Transformatoren. Die Anlage aus den 1970er Jahren hat jedoch das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht, teilte TenneT auf Anfrage mit. Dabei wird zu dem bestehenden sogenannten Netzkuppeltransformator ein zweiter aufgebaut – eben jener, der in der Nacht auf Mittwoch angeliefert wurde. Die Kapazität wird verdoppelt, wodurch absehbare Engpässe im Netz vermieden werden. TenneT rüstet wie das Bayernwerk (wir berichteten) auch auf, weil sowohl der Stromverbrauch steigt als auch die Menge der durch Sonne und Wind erzeugten Energie.

Der neue Trafo ist nicht so wirklich neu. Er wurde 1976 gebaut und stand als Reservegerät im Umspannwerk Ludersheim (Landkreis Nürnberger Land), erklärt TenneT-Sprecher Markus Lieberknecht. Der Trafo mit einem normalen Gewicht von 230 Tonnen wurde für den Transport etwas „erleichtert“ – auf 185 Tonnen. Solche Geräte, sagt Lieberknecht, hätten eine Lebenserwartung von rund 50 Jahren. Alle Überwachungsgeräte und Schaltschränke am Trafo wurden erneuert. Durch die Modernisierung werde auch die Kurzschlussfestigkeit der Gesamtanlage erhöht und insgesamt auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Auf dem Bauschild heißt es dazu: „Mit der Modernisierung trägt TenneT auch in Oberbayern dazu bei, die Stromversorgung zukunftssicher zu gestalten und lokal erzeugten Strom aus regenerativen Quellen bestmöglich ins Netz zu integrieren. Zum Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft wird eine Freifläche außerhalb der Anlagenumzäunung zu artenreichem Extensivgrünland aufgewertet.“

Der Schwertransport vom ehemaligen Tanklager in Krailling zum Umspannwerk ist aus Sicht der Gautinger Polizei problemlos über die Bühne gegangen. „Die mit der Logistik beauftragte Firma hat das alles super vorbereitet“, sagte Martin Heinrich auf Anfrage unserer Zeitung. Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Gauting hat sich selbst vom reibungslosen Ablauf überzeugt. „Es hat lange gedauert“, sagte Heinrich, „der Transport konnte sich mit maximal zehn bis 15 km/h fortbewegen.“ Das vorgegebene Zeitfenster sei aber eingehalten worden. „Es ging etwas später los, aber auf den geraden Strecken konnte die Zeit wieder ausgeglichen werden.“ An den schwierigen Passagen war es nach Angaben des Polizeihauptkommissars eine Millimeterarbeit. Einige Stellen des Transportweges wurden mit speziellen Platten ausgelegt, um die enorme Last besser auf den Untergrund zu verteilen.

Der Trafo war per Zug zum nächstgelegenen Anschluss gefahren worden – eben das ehemalige Tanklager. Von dort ging es durch Frohnloh zur Staatsstraße und von dieser zum Umspannwerk. Im Einsatz waren zwei Zugwagen mit je zehn Achsen (mit je acht Reifen pro Achse), je 500 PS und einem Gesamtgewicht des Transports von 435 Tonnen, berichtete Alexander Broschell von der Gemeinde Krailling. Das „Nadelöhr“ sei in Frohnloh der Bereich Dorf-/Unterbrunner Straße gewesen, dort musste der Transport wenden, um zur Staatsstraße weiterfahren zu können. In Frohnloh beobachteten rund 50 Schaulustige den Transport. ike/mül

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