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Modellflieger frönten bis vor Kurzem auf der Kraillinger Sanatoriumswiese ihrem Hobby. Das ist jetzt vorbei.

Verbotsschilder auf der Sanatoriumswiese

Modellflieger dürfen nicht mehr abheben

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Die Sanatoriumswiese ist ein ideales Gelände für Modellflieger. Doch die Hobbypiloten dürfen ihre Maschinen nicht mehr starten. Die Gemeinde Krailling hat ein Flugverbot erlassen.

Krailling– In der Vergangenheit ist es in Krailling immer wieder zu Konflikten mit Modellfliegern auf der Sanatorirumswiese gekommen. Mal wurden sie für das Verschwinden der Turmfalken am Bauhof verantwortlich gemacht, mal für die dadurch entstandene Mäuseplage im Naturerlebnisgarten. Doch man fand Kompromisse, die Modellflieger wurden zumindest geduldet. Das ist jetzt vorbei: Die Gemeinde hat ein Schild aufstellen lassen und den Modellflug verboten.

„Aus Sicherheitsgründen waren die Modellflieger nicht mehr tragbar“, sagt Franz Wolfrum, geschäftsleitender Beamter der Gemeinde. Man habe immer wieder das Gespräch gesucht, bis vergangenen Jahr habe es sogar einen runden Tisch mit den Modellfliegern gegeben. Doch einige hielten sich nicht an die Regeln. Immer wieder werde die Pentenrieder Straße und auch der gemeindliche Bauhof überflogen, was nicht zulässig sei. Auf der Pentenrieder Straße gebe es zudem Linienverkehr mit Bussen. Inzwischen seien auf der Sanatoriumswiese nicht nur Modellflugzeuge und Hubschrauber, sondern auch Drohnen unterwegs.

Karsten Vogel, Vorsitzender des Modellsportvereins Krailling, bedauert die Entscheidung. „Für uns kam das überraschend. Wir haben jetzt keinen Startplatz mehr.“ Gleichwohl zeigt der Stockdorfer Verständnis. Es gebe leider immer wieder schwarze Schafe, räumt er ein. Dem Modellsportverein, den man auf ausdrücklichen Wunsch der Gemeinde gegründet habe, seien aber die Hände gebunden, da er externe Hobbypiloten nicht vertreiben könne. Dazu hätte man ein Stück Wiese anpachten und als Vereinsgelände ausweisen müssen. Doch das sei gescheitert.

Der Verein und seine 20 Mitglieder hätten sich klare Regeln auferlegt, betont Vogel. Es gebe ein deutlich umrissenes Flugfeld und die Größe der Modelle sei beschränkt. Mit Drohnen werde ohnehin nicht geflogen. Die Flugbetriebsordnung schreibe ein maximales Gewicht von fünf Kilo vor, zusätzlich dürfe die Spannweite bei Motorflugzeugen zwei Meter, bei Segelflugzeugen drei Meter nicht überschreiten. Externe hätten sich daran freilich nicht halten müssen. „Da waren stramme Geräte am Start. Da waren Sachen dabei, die so nicht gehen“, sagt Vogel.

Der Vorsitzende findet es schade, dass die Gemeinde dem Verein keinen Ausweichplatz angeboten hat. Denn die Suche nach einem neuen Gelände gestalte sich äußerst schwierig. Vogel: „Die meisten Flächen sind landwirtschaftlich genutzt oder landwirtschaftlich stillgelegt.“

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