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Forstwirt Rudolf Nützel erläuterte sein Gutachten über die Bedeutung der Waldflächen für das Biodiversitätsprojekt „Eremiten im Klosterwald von Maria Eich“. 

Betreutes Wohnen beim Caritas-Altenheim

Naturschützer wollen Bauvorhaben stoppen

Das Vorhaben, angrenzend an das Kraillinger Caritas-Altenheim eine Betreutes-Wohnen-Anlage zu errichten und dafür Bannwald zu roden, bleibt umstritten. Befürworter wie Gegner versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten.

Krailling – Naturschutz oder Wohnungsbau? Die Bürgerinitiative Krailling (BIK) und der Bund Naturschutz Ortsgruppe Krailling luden am Mittwoch zu einem Infoabend zum Wert des Kraillinger Waldes als Naturlebensraum ein. Der Forstsachverständige Rudolf Nützel erläuterte die Bedeutung des Biodiversitätsprojekts Klosterwald Maria Eich und den deshalb dringend notwendigen Aufbau eines sogenannten Biotopnetzes aus Kerngebieten. Hintergrund der Veranstaltung im Alten Wirt war das geplante Bauvorhaben „Betreutes Wohnen“ südlich des Caritas-Altenheim Maria Eich. Die anstehende Änderung des dortigen Flächennutzungsplans würde nach Ansicht der Naturschützer Tür und Tor für immer weitere Bebauungen öffnen. Sie suchen deshalb nach einem Weg, das Bauvorhaben zu verhindern. „Wobei wir nicht generell gegen Seniorenwohnungen sind, sondern für die Erhaltung des Bannwaldes“, betonte Konrad Kraft, Vorsitzender der BIK.

Nützel dröselte für die an die 70 interessierten Bürger noch einmal den Zusammenhang zwischen der dortigen regional bedeutsamen Artenvielfalt – angefangen von den Methusalembäumen über die 26 Vogel- und neun Fledermausarten bis hin zur „Krönung“, den acht entdeckten Urwaldkäfern – und dem Erhalt der umliegenden Wälder auf. „Gerade der Eichen-Hainbuchenwald entlang der Rudolf-von-Hirsch-Straße bietet ein gutes Potenzial für ein weiteres Kerngebiet“, so Rudolf Nützel. Nur durch die Verbindung dieses Waldstückes mit dem Biodiversitätsprojekts Maria Eich können die dort lebenden seltenen Arten überleben.

Angeprangert wurde deshalb auch, neben dem Bauprojekt „Betreutes Wohnen“, eine mögliche Bebauung des verbindenden Korridors zwischen dem Eichen-Hainbuchenwald und dem Altenheim. Da dieses Vorhaben jedoch vom Gemeinderat unlängst auf Eis gelegt worden ist (wir berichteten), entkräftet es momentan die Argumentationskette der Naturschützer.

Ein Zuhörer schlug als Alternative zur Bebauung südlich des Altenheims eine Aufstockung vor. Das sei nicht möglich, erklärte Richard Siebler (CSU-Fraktion), einer der anwesenden Gemeinderäte. Aus Sicht der Caritas wäre ein Betreutes Wohnen innerhalb des bestehenden Heims nicht sinnvoll. Zudem, so Siebler, müsse man die Fakten berücksichtigen: Es gebe keine Hinweise auf Eremiten-Käfer in diesem 0,5 Hektar-Areal. Und mangels Standort-Alternativen innerorts müssten in diesem Falle Belange des Naturschutzes zurückstehen.

Damit erläuterte Siebler noch einmal den Standpunkt, den die Gemeinde bei einem Treffen mit speziell geladenen Bürgern und Institutionen am Vorabend übermittelt hatte. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hatte sie ein Infogespräch organisiert, um, wie es heißt, neben fundierten Sachinformationen zur geplanten Entstehung von 38 Wohnungen, auch Gerüchte, die zum Thema Standortwahl, Belange des Natur- und Landschaftsschutzes unterwegs sind, aus der Welt zu räumen.

Wie es weitergeht, ob die Gegner des Projekts den Dialog mit der Gemeinde suchen oder sich zum Widerstand formieren, ist offen. Sicher ist, dass zunächst einmal die Einwände der Bürger zum Flächennutzungsplan im Gemeinderat behandelt werden.

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