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Brücke mit Carbonskelett: Diese Fußgän gerbrücke in Albstadt war eine der ersten Brücken mit textilbewehrtem Beton. Dadurch konnte sie sehr schlank und wartungsfrei gebaut werden. Eine ähnliche Brücken-Variante ist für Krailling im Gespräch. 

Neue Verbindung über die Würm

Brückenschlag kommt Krailling teuer

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Im Zuge der Bebauung des Braun-Grundstücks soll eine neue Fußgängerbrücke über die Würm den Osten Kraillings mit dem Ortszentrum verbinden. Doch die Kosten sind weit höher als erwartet.

Krailling– Mit dem geplanten Brückenschlag über die Würm auf Höhe des Kraillinger Restaurants Rosario dürften auf die Gemeinde Krailling beträchtliche Kosten zukommen. Solche Summen habe er sich nicht vorgestellt, konstatierte Martin Hoffmann (SPD-Fraktion) am Dienstagabend im Bauausschuss. Dort stellte Dirk Jankowski, Geschäftsführer der Münchner Firma AJG Ingenieure, drei Varianten für einen Brückenbau vor.

Ziel ist es, im Rahmen der Bebauung des rund 10 000 m2 großen Braun-Grundstücks Bewohnern im Osten Kraillings eine bessere Verbindung ins Ortszentrum zu ermöglichen (wir berichteten). Diese sollen über einen Fußweg entlang der südlichen Grundstücksgrenze am Eisweiher vorbei zur Würm und anschließend über eine Brücke an die andere Uferseite gelangen. Genauer gesagt über zwei durch einen Damm oder Steg verbundene Brücken: Denn neben der Würm muss auch ein Seitenarm des Flusses überbrückt werden, der durch die Umgestaltung des Areals neu entsteht. Insgesamt müssen die Brücken 35 Meter überspannen. Dies ist laut Jankowski aufgrund des Geländeprofils nur mit zwei Baukörpern möglich, andernfalls würde die Brücke zu hoch geraten.

Denkbar sei eine Aluminiumkonstruktion, so der Planer, solche Brücken gebe es quasi von der Stange. Sie rosteten nicht, hätten einen geringen Wartungsaufwand und seien im Hinblick auf den Preis „unschlagbar“. Für Krailling veranschlagte er Kosten von 110 000 Euro. Allerdings hätte diese Brückenvariante ein äußerst massives Erscheinungsbild. Jankowski empfahl eher eine Brücke mit Hohlplatten aus Beton oder eine Hightech-Brücke, die nicht mit Stahlstreben sondern mit Carbonfasern stabilisiert wird. Bei beiden Varianten habe man im Hinblick auf die optische Gestaltung, etwa des Geländers, Freiheiten. Die Hightech-Brücken aus textilbewehrtem Beton seien äußerst leicht und wartungsfrei. Allerdings seien sie mit rund 225 000 Euro nochmals deutlich teurer als die Spannbetonbrücken (150 000 Euro).

Rudolf Heidrich (FBK) erklärte, man müsse das Augenmerk vor allem auf den Brückenbelag und die Trittsicherheit legen. „Wir müssen uns am Winter orientieren.“ Die 2,50 Meter breiten Brücken soll auch ein Räumfahrzeug befahren können.

Imme Kaiser (Grüne) zeigte sich enttäuscht, dass der Würm-Übergang infolge der Höhenentwicklung nicht ganz barrierefrei ausgeführt werden kann. Gleichzeitig stellte sie infrage, ob die Gemeinde die Kosten für eine zweite Brücke mittragen müsse. Der Investor lässt den neuen Seitenarm anlegen, um über ausreichend Retensionsflächen in der Würmaue zu verfügen. Ob Krailling für die dadurch höheren Kosten aufkommen muss, will man jetzt juristisch prüfen lassen. Per städtebaulichem Vertrag ist bisher vereinbart, dass der Investor 150 000 Euro zum Brückenbau beisteuert.

Inklusive Fundamenten (rund 60 000 Euro) und Planungskosten muss für den Brückenbau nach Angaben des Planungsbüros je nach Variante mit Kosten zwischen 200 000 und 340 000 Euro gerechnet werden. „Mir kommt die ganze Sache ziemlich teuer und aufwendig vor“, sagte Hoffmann. Er schlug vor, andere Brücken in der Nachbarschaft, etwa die an der Gräfelfinger Friedenskirche, zu besichtigen. Der Bauausschuss kam schließlich überein, vor einer Entscheidung vor allem den Kraillinger Brückenbau-Standort nochmals in Augenschein zu nehmen.

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