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Mehrere Bäume wurden gefällt, nachdem Eigentümer der Wohnanlage erfolgreich vor Gericht gezogen waren. 

Wohnanlage nördlich der Pentenrieder Straße

Neue Grünordnung soll Baumstreit beenden

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Können die Eigentümer der Wohnanlage an der Pentenrieder Straße in Krailling mit der neuen Grünordnung leben? Die Gemeinde will nun festlegen, welche Bäume man fällen darf.

Krailling – Der Streit um den Baumbestand in dem Karree zwischen Pentenrieder Straße, Sperber- und Stieglitzweg zieht sich inzwischen über Jahre hin. Zuletzt hatte das Verwaltungsgericht entschieden, dass die Festsetzungen des mehr als 40 Jahre alten Bebauungsplans, gemäß denen der gesamte Baumbestand zu erhalten ist, hinfällig seien (wir berichteten). Die Eigentümer der Anlage, die in der Vergangenheit die Verschattung ihrer Wohnungen beklagt hatten, ließen daraufhin mehrere Bäume umlegen. Die Gemeinde reagierte mit einer Veränderungssperre, um zu verhindern, dass bis zum Inkrafttreten einer neuen Grünordnung weitere Bäume fallen. Den Entwurf hierfür ließ die Gemeinde öffentlich auslegen.

Mit den eingegangenen Bedenken und Anregungen befasste sich jetzt der Gemeinderat. Man habe zu Recht „einiges an konstruktiver Kritik bekommen“, sagte der mit der Grünordnung befasste Landschaftsarchitekt Christian Ufer vom Starnberger Büro Terrabiota. Man habe das Planungskonzept deshalb überarbeitet. Der neue Entwurf sehe vor, dass innerhalb der parkartigen Grünanlage 52  Einzelbäume, darunter mächtige alte Eichen, sowie einzelne Baumgruppen erhalten werden müssen. Diese seien für das städtebauliche Erscheinungsbild prägend. Auch 15 Bäume, die sich in unmittelbarer Nähe zu Wohngebäuden befinden, habe man in der Planung als erhaltenswert dargestellt, so Ufer. Die Entscheidung, ob sie gefällt werden oder nicht, bleibe aber der Eigentümergemeinschaft vorbehalten. Es müssen allerdings als Ersatz neue Bäume gepflanzt werden. Deren Standorte seien aber nicht vorgegeben. Damit wolle man den Grundstückseigentümern eine flexiblere Handhabung ermöglichen.

Um die Eingrünung der Wohnanlage weiter zu gewährleisten, sollen laut Ufer einzelne Baumgruppen, vor allem entlang der Straßen, geschützt bleiben. Dabei sei nicht der Erhalt jedes einzelnen Baumes entscheidend, sondern das gesamte Erscheinungsbild. Eine Verjüngung des Baumbestands soll im Einzelfall möglich sein. Auch hier müssen aber Ersatzpflanzungen vorgenommen werden.

Die Vorgabe, dass pro Quadratmeter eine bestimmte Anzahl von Bäumen vorhanden sein muss, wird es im überarbeiteten Entwurf der Grünordnung nicht mehr geben. Aktuell komme man auf einen Baum pro 180 m2, so Ufer. „Das ist etwas mehr als Kraillinger Durchschnitt.“ Auf der Sanftlwiese sei es ein Baum pro 200 m2 auf dem Braun-Grundstück ein Baum pro 550 m2. Adrienne Akontz (Grüne) wies darauf hin, dass sich die Quartiere nicht vergleichen ließen. Die Anlage mit sieben Häusern und 193 Wohnungen habe man seinerzeit in einen bestehenden Eichen-Hainbuchen-Wald gesetzt.

Die neuen Festsetzungen soll das Büro Terrabiota nun in den Entwurf der neuen Gründordnung einarbeiten. Dabei wird die Gemeinde zur Überprüfung einen Rechtsanwalt einschalten. Die erneute Auslegung wird laut Kraillings Umweltreferentin Susanne Brittinger in zwei bis drei Wochen erfolgen.

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