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Amalia Crisan hat das Café Horizont in der Margaretenstraße eröffnet.

Ortsmitte Krailling

Café Horizont: Ein kleines Paradies an der Würm

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In ihrem neuen Café Horizont verkauft Amalia Crisan mitten in Krailling Kaffeespezialitäten, Kuchen und Snacks. Bald soll es auch endlich wieder Eis im Ort geben.

Krailling – Ein Café hat bislang in Krailling gefehlt. Einst hatte das Spritz versucht, als Eiscafé Fuß zu fassen. Doch entwickelte sich das Lokal eher zu einer Bar mit Spielautomaten. Das Spritz gibt es inzwischen nicht mehr; die Räumlichkeiten in der Margaretenstraße 49 haben einen neuen Pächter gefunden – genauer: eine Pächterin.

Den Horizont entdecken

Fünf Monate hat Amalia Crisan die Kneipe renovieren müssen, Mitte Februar konnte sie ihr neues Café schließlich eröffnen: Es heißt „Horizont“. „Jeder kann hier seinen eigenen Horizont entdecken“, erzählt die 36-Jährige. „Ich verbinde den Horizont mit Licht.“ Und das passt. Hell und gemütlich erschließt sich das kleine Café den Gästen. An der Wand hängt ein großes Gemälde. Es zeigt – natürlich – den Horizont, und zwar den über Florenz.

Es sei eines ihrer Lieblingsbilder aus ihrem ehemaligen Restaurant, sagt Crisan und schwelgt in Erinnerungen. Gemeinsam mit ihrem Partner betrieb sie zehn Jahre lang eine Pizzeria in Sendling. Es folgte ein fünfjähriger Branchenwechsel. Die gebürtige Rumänin, die 2001 als Au-pair nach München gekommen war, machte eine Ausbildung zur Industriekauffrau und heuerte bei BMW an. „Aber irgendetwas zieht mich immer wieder zur Gastronomie“, sagt die 36-Jährige.

Was viele nicht wissen: Der Außenbereich erstreckt sich bis zur Würm

Also machte sie sich auf die Suche nach einer überschaubaren Räumlichkeit. „Ich wollte einen kleinen Laden, mit nicht so viel Personal wie früher.“ Im Würmtal wurde sie fündig. Vor allem wegen des großen Außenbereichs entschied sich Crisan für Krailling.

Viele Ortsansässige ahnen wohl nicht einmal etwas von der Terrasse und dem Garten hinter dem Café. Zu den 25 Plätzen im Innenraum können dort weitere 32 Gäste sitzen. Bis hinunter zur Würm erstreckt sich das Grundstück. Hier sollten im Sommer durchaus auch Events wie Geburtstage stattfinden, erklärt Crisan, während sie den Außenbereich betrachtet. Sie strahlt Zuversicht aus. „Ich stelle mir vor, dass die Kinder auf der Wiese spielen. Man kann hieraus ein kleines Paradies machen, eine grüne Oase.“

Noch sind es Kaffee, Kuchen und Snacks - bald soll Eis dazukommen

Sobald die Temperatur mitspielt, soll auch mit dem Eisverkauf begonnen werden. Die Glasfassade am breiten Gehsteig lässt sich komplett öffnen: perfekte Ausgangssituation für einen Straßenverkauf. „Aber das ist eben noch vom Wetter abhängig.“

Bis es soweit ist, konzentriert sich Amalia Crisan auf Kaffeespezialitäten und Snacks. Toasts, Focaccia- oder Panini-Brote, belegt sie mit frischen Zutaten. „Es gibt täglich etwas anderes“, sagt die Inhaberin. Dazu gibt es regelmäßig wechselnde Kuchen. Am Abend bereitet Crisan Antipasti-Platten zu. „Da habe ich eine große Auswahl an Zutaten.“

Am Abend gibt es Longdrinks und Cocktails an der Bar

Täglich von 8 bis 20 Uhr steht die 36-Jährige hinter dem Tresen. Einen Ruhetag gibt es nicht. Lediglich an Sonn- und Feiertagen öffnet ihr Café erst um 10 Uhr. Dafür sind die Türen freitags und samstags zwei Stunden länger geöffnet. Denn: Am Abend wird das „Horizont“ zur gemütlichen Bar. Bis 22 Uhr schenkt Crisan dann Longdrinks und Cocktails aus. „Im Sommer versuche ich, das noch zu verlängern.“

Wer ein Mal dort war, kommt auch wieder

Bis dahin hat die Münchnerin hoffentlich eine Aushilfe. Noch steht sie Tag für Tag alleine in ihrem Laden. „Der Umsatz reicht noch nicht aus.“ Dass das Geschäft schleppend anläuft, mag auch an der Jahreszeit liegen. Crisan hofft, dass Frühling und Sommer in den nächsten Wochen Einzug halten. „Ich bin ein positiver Mensch, und noch bin ich fit“, erklärt sie freudestrahlend.

Eine junge Frau hat soeben ein Sandwich bestellt, das die 36- Jährige nun zubereitet, während sie von ihren bisherigen Erfahrungen erzählt. Sie sei sehr positiv von den Kraillingern aufgenommen worden. „Wer ein Mal hier war, ist in den meisten Fällen wiedergekommen.“ Einen kleinen Stamm an Kunden habe sie also schon. Wohin die Reise gehen mag, weiß Amalia Crisan nicht. Doch sie ist zuversichtlich. Das Gemälde mit dem Blick über die Dächer von Florenz sei ihr Glücksbringer. „Er soll mir helfen, meinen persönlichen Horizont zu erreichen.“

mg

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