+
Wie eine Rettungsschere funktioniert , erklärt Kommandant Richard Siebler dem jungen Kraillinger Luis Görler. Wer wie dieser Interesse hat, sich zum Feuerwehrler ausbilden zu lassen, kann an einem neuen Lehrgang teilnehmen. Foto: Dagmar Rutt

Pilotprojekt

Feuerwehrmann in nur vier Tagen

Als Quereinsteiger zum Feuerwehrmann: Am kommenden Samstag startet die Kraillinger Feuerwehr ein Pilotprojekt: In 24 Stunden Theorie und Praxis erhalten Bürger eine Basis-Ausbildung zum Feuerwehrmann.

KraillingWillkommen seien alle Kraillinger, die über 18 Jahre alt sind und noch keine Jugendausbildung bei der Feuerwehr absolviert haben, sagt Kommandant Richard Siebler. Geplant ist eine umfassende Schulung für Quereinsteiger an je zwei Samstagen im Februar und im März. „Vorkenntnisse sind nicht nötig“, so Siebler. Dagegen können jegliche andere Erfahrungen durch Studium oder Beruf, die auch für die Feuerwehr nützlich sind, gerne mit eingebracht werden.

Kommandant Siebler hat die neue Modulausbildung erarbeitet und ist froh, wie er sagt, dass alle Ausbilder der Wehr, mitziehen. „Unsere Intension, dieses Pilotprojekt zu starten, ist natürlich, die Mannschaftsstärke noch zu vergrößern“, sagt Siebler. Momentan engagieren sich 61 aktive Feuerwehrleute.

Die Inhalte der Intensivausbildung sind laut Siebler, auf die Gegebenheiten des Einsatzgebietes Krailling ausgelegt und orientieren sich an der Ausstattung der Kraillinger Feuerwehr. Das bedeute zum einen, dass die potenziellen späteren Teammitglieder der Feuerwehr lernen, wie etwa ein Einsatz bei einem Verkehrsunfall auf der Pentenriederstraße abläuft oder wie die Vorgehensweise bei einem Brand im Kreuzlinger Forst aussehen könnte. Zum anderen werden in den praktischen Übungen nur die Geräte demonstriert, die die Wehr tatsächlich besitzt. Siebler: „Wir benutzen etwa kein Sprungtuch, sodass für eine Personenrettung nur an der sogenannten Steckleiter geübt wird.“

Außerdem erfahren die Teilnehmer etwas über die Organisation einer Freiwilligen Feuerwehr, die Rechte und Pflichten eines Florianjüngers, die Fahrzeug- und Gerätekunde und die persönliche Schutzausrüstung. Ziel ist es, dass die Teilnehmer nach 24 Stunden solider Grundausbildung bereit sind, mit auszurücken. Ein Ausbildungsstand, der jedoch nicht gleichzusetzen ist mit einer kompletten modularen Truppausbildung zum Feuerwehrmann. Diese dauert zwei Jahre und endet mit einer theoretischen und praktischen Prüfung. Brandbekämpfung unter Atemschutz setzt neben dem zweijährigen Hauptlehrgang sogar noch eine weitere Spezialausbildung voraus. Dass hier ganz klar differenziert wird, ist dem Kraillinger Kommandanten wichtig.

„Trotzdem“, betont Richard Siebler, „sind diese Frauen und Männer nach den vier Samstagen ein wertvolles Mitglied unseres Teams.“ Wer danach Blut geleckt hat und gerne Mitglied bei den Feuerwehrlern werden möchte, bekommt eine eigene Schutzausrüstung, einen Piepser für die Einsatzalarmierung und einen persönlichen Spind. Ein möglicher Einsatzbereich wäre dann zum Beispiel die Absicherung einer Unfallstelle oder der Aufbau der Wasserversorgung bei einem Waldbrand.

Los geht es am kommenden Samstag, 18. Februar, um 10 Uhr auf dem Gelände der Feuerwehr an der Pentenrieder Straße. Anmelden kann man sich direkt bei Richard Siebler per E-Mail (Kommandant@Feuerwehr-Krailling. de) oder über Internet unter www.ff-krailling.feuerwehren.bayern. Dort findet man auch detaillierte Informationen zum Kursablauf und zu den Inhalten.

Carolin Högel

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Auto auf M 4 von Baum begraben
Der Sturm, der am Freitagabend über das Würmtal fegte, hielt die Feuerwehren auf Trab. Keller liefen voll, und auf der Kreisstraße M 4 stürzte ein Baum auf ein Auto.
Auto auf M 4 von Baum begraben
Planegg leistet sich weiter Eiswunder
Die Kunsteisfläche, die Winter für Winter am Feodor-Lynen-Gymnasium installiert wird, hat Planegg in der vergangenen Saison knapp 142 000 Euro gekostet. Diesen Luxus …
Planegg leistet sich weiter Eiswunder
Für immer Augustiner
Bruder Christian hat sich entschieden – für das Leben in der Gemeinschaft der Augustiner. Der 37-jährige Doktor der katholischen Theologie legt am Samstag die feierliche …
Für immer Augustiner
Wirte wütend: „Die reinste Schikane“
Er zählt zu den bayerischen Traditionsgerichten und ist fester Bestandteil jeder Brotzeit: der Obazde. Eine neue Verordnung der EU könnte das ändern. Wer die …
Wirte wütend: „Die reinste Schikane“

Kommentare