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Viel Verkehr: Die Margaretenstraße wird als Durchgangsstraße genutzt. Das soll sich ändern. Die Planer empfehlen einen „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ mit Tempo 20 und eine Angleichung der Niveaus von Straße und Gehsteigen.

Infoabend zur Kraillinger Ortsmittegestaltung

Pflastersteine und Verkehr erregen die Gemüter

Krailling  Das künftige Gesicht ihrer Ortsmitte beschäftigt die Kraillinger. Rund 100 Bürger kamen am Donnerstag zum Infoabend in die Schulturnhalle und bezogen Stellung. Dabei kristallisierte sich heraus: Es geht in punkto Umgestaltung nicht mehr um die Frage des Ob, sondern um das genaue Wie.

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Wie wird das Leben in Krailling künftig aussehen? Wie wird sich der Ort den veränderten Lebenssituationen seiner Einwohner anpassen müssen? Wie kann der Einzelhandel gestärkt und die Kaufkraft im Ort gehalten werden? Dies sind die zentralen Fragen, die eine künftige Umgestaltung der Kraillinger Ortsmitte prägen werden. Bürgermeisterin Christine Borst warb am Donnerstag beim Informationsabend der Gemeinde zur Ortsmittegestaltung eindringlich für eine Beteiligung der Bürger: „Unser vertrautes Krailling wird ein neues Gesicht bekommen. Der Prozess kann nur gelingen, wenn wir ihn gemeinsam tragen.“

Timo Herrmann vom Büro „bcc Landschaftsarchitekten“ stellte in einem ausführlichen Vortrag den Zuhörern seine Planungen en détail vor. Ausgehend vom Status quo – Dominanz der Fahrzeuge auf der Margaretenstraße, stark beschädigte Fahrbahnbeläge sowie deren Materialvielfalt – fasste er sein Ziel zusammen: „Wir möchten einen Gesamtraum für alle schaffen, eine Gleichberechtigung für alle Verkehrsteilnehmer.“

Sein Plan sieht vor, der Margaretenstraße ab Paulhan-Platz bis hin zu ihrem nördlichen Punkt auf Höhe der Margaretenkirche einen einheitlichen Belag aus großflächigen Granitpflastersteinen zu verpassen. Er empfahl für die Gesamtlänge von 610 Metern einen „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ mit Tempo 20 km/h und einer Angleichung der Niveaus von Straße und Gehsteigen. Letztere sollten mit einer Breite von zwei Metern (aktuell 1,3 Meter) deutlich mehr Raum erhalten. „Heute ist man als Fußgänger arg eingeschränkt“, so Herrmann.

Auch die Parkplatzsituation möchte er aufgreifen. „Sicherlich gibt es den Bedarf an Stellplätzen, aber es würden einige wegfallen“, so Timo Herrmann. Derzeit könne man im nördlichen Bereich der Straße auf 44 ausgewiesenen Plätzen parken, er schlägt künftig nur noch 27 vor. Ähnlich im südlichen Bereich, hier sollen seiner Vorstellung nach 56 Parkplätze ausgewiesen werden statt der derzeitigen 65. Eine Veränderung des Ortsbildes möchte der Planer auch durch eine qualitative Verbesserung der Grünflächen erreichen. So würden einige bestehende Bäume gefällt, um durch Neupflanzungen mit luftigerer Krone ersetzt zu werden. „Die Aufenthaltsqualität verbessert sich dadurch enorm“, glaubt Herrmann.

Diese Maßnahmen hätten auch direkten Einfluss auf die „wirkliche Mitte“ , dem „zentralen Ort der Begegnung“ an der Kreuzung Margaretenstraße/Ecke Luitpoldstraße. Mit bequemen Bänken oder Cafétischen vor der Pizzeria möchte er hier „Orte zum Verweilen“ schaffen. Und auch der Paulhan-Platz etwas weiter südlich würde eine kleine Schönheitskur erfahren. So soll der Maibaum hier einen neuen Standort finden, außerdem soll ein regelmäßig stattfindender kleiner Wochenmarkt eingerichtet werden.

In der anschließenden Diskussions- und Fragerunde zeigte sich, dass es unter den Zuhörern keine grundsätzliche Ablehnung der Planungen gab. Der einheitliche Pflasterbelag traf allerdings auf wenig Gegenliebe. Lärmentwicklung, mangelnde Verkehrssicherheit wegen Rutschgefahr und auch die Kostenentwicklung gaben die Kraillinger hier zu bedenken. Ganz grundsätzlich wiesen einige Bürger auf die Verkehrssituation an der Margaretenstraße hin. „Sie müssen unbedingt den Durchgangsverkehr angehen. Die Margaretenstraße wird als Magistrale benutzt“, warnte Klaus Holzmann. Bevor hier nicht angesetzt werde, sei eine weitere Planung nicht sinnvoll.

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