1. Startseite
  2. Lokales
  3. Würmtal
  4. Krailling

Nun doch: Gräbersegnung auch in Krailling

Erstellt:

Von: Victoria Strachwitz

Kommentare

Pfarrer bei Gräbersegnung, Krailling
Nun darf er doch: Johannes von Bonhorst, Pfarrer von St. Elisabeth, bei der Gräbersegnung in Krailling (Archivbild). © Jürgen Sauer

In der Gemeinde Krailling wird es heuer doch eine Gräbersegnung geben. Bürgermeister Rudolph Haux hat am Montag eine Kehrtwende vollzogen. Die Gräbersegnung zu Allerheiligen beschäftigt das Kraillinger Rathaus aber heuer nicht nur wegen der heftig kritisierten ursprünglichen Absage. Die Pentenrieder Gemeinderätin Andrea Schulte-Krauss (Grüne) kämpfte außerdem dafür, den Beginn der Gräbersegnung in Pentenried in diesem Jahr zu verschieben. Und gestern gab es auch in dieser Sache eine Umkehr.

Krailling - Seit zwei Jahren findet die Segnung am dritten Samstag des Monats (dem Pentenrieder Kirchtag) abends um 19 Uhr im Dunkeln mit Taschenlampen statt. „Da kommen viele alte Leute, das ist sehr gefährlich“, findet Schulte-Krauss. Daher habe sie sich seit einem Jahr dafür eingesetzt, die Segnung bei Tageslicht stattfinden zu lassen. Jetzt hatte sie Erfolg. Die Segnung in Pentenried findet am Sonntag, 1. November, also Allerheiligen, ab 11.30 Uhr statt – und damit bei Tageslicht.

Schulte-Krauss und ihre Fraktion der Grünen hatten am Sonntag gemeinsam mit der CSU einen Eilantrag eingereicht, um zeitnah über die untersagte Gräbersegnung im Finanz-, Sozial- und Kulturausschuss abzustimmen. „Die Gräbersegnung ist für viele ganz wichtig“, weiß sie. Der ursprüngliche CSU-Antrag zu dem Thema wäre erst in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 27. Oktober, behandelt worden. Das schien den Grünen zu spät.

Zur Abstimmung musste es aber nicht mehr kommen. Ein generelles ministerielles Schreiben habe ihn zur Umkehr bewegt, erklärt Haux. Die Landesregierung erlaube die Gräbersegnung aktuell ausdrücklich, dem folge er. Doch will er weiter Vorsicht walten lassen: „Die Besucher sollen an den jeweiligen Gräbern stehen, der Pfarrer geht durch die Reihen.“ Es sollten sich keine Gruppen bilden. Einen Trompeter werde es nicht geben, damit keine Gefahr aufkomme, dass Menschen zusammenrücken. Und: „Wir werden Zettel aufhängen, die darauf hinweisen, dass bitte auch draußen auf dem Friedhof Masken getragen werden sollen.“

Pfarrer Johannes von Bonhorst steht hinter den Vorgaben. Es sei ihm selbstverständlich lieber, dass die Gräbersegnung unter diesen Maßnahmen stattfinde, „als dass sie ersatzlos gestrichen wird“, erklärt er. Bei ihm im Pfarrbüro waren zahlreiche Anrufe eingegangen. So freuen sich nun nicht nur der Pfarrer, die Grünen und die CSU über die Wende. Schulte-Krauss erklärt, als Grüne halte sie viel von der Säkularisierung, „das funktioniert in diesem Fall andersherum“. Die Gräbersegnung ohne Anordnung von Landkreis, Staatsregierung oder Erzdiözese zu untersagen, sei falsch gewesen. Weiter moniert sie: „Das Verbot war in keinster Weise abgesprochen. Die Lage ist ernst genug, da sollte man zusammenarbeiten.“

Auch interessant

Kommentare