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Applaus gab es bei der Bürgerversammlung für den Rechenschaftsbericht von Bürgermeisterin Christine Borst.

Asylbewerberunterkünfte in Krailling 

„Die Kuh ist noch nicht vom Eis“

Krailling – Hätte die Pentenrieder Bürgerversammlung eine Woche früher stattgefunden, die Turnhalle des örtlichen Sportvereins wäre sicherlich zum Bersten voll gewesen. So war sie am Montag mit knapp 70 Bürgern nur gut besucht. Denn den Aufreger hatte der Gemeinderat in der Vorwoche bereits einstimmig beerdigt: Die Errichtung einer landwirtschaftlichen Halle für 120 Flüchtlinge an der Römerstraße.

Für Unmut sorgte das Thema dennoch. Siegfried Prause monierte, er habe sich von der Gemeinde als Bürger schlecht informiert gefühlt und nur über Gerüchte von dem Vorhaben erfahren. Der Flüchtlingsstrom werfe die üblichen Planungsprozesse über den Haufen, erklärte Bürgermeisterin Christine Borst. Der dringende Bedarf sei erst vor drei Wochen bei einer Dienstbesprechung der Bürgermeister konkretisiert worden, das gemeindliche Grundstück in Nähe des Sportplatzes ein Vorschlag des Landratsamtes gewesen.

Laut Borst ist mit der Ablehnung des Pentenrieder Standorts „die Kuh aber noch nicht vom Eis“. Bis Mitte des Jahres soll Krailling Platz für 174 Flüchtlinge schaffen, bis Ende 2016 für 255. „Die Zahlen stehen immer noch im Raum“, betonte die Bürgermeisterin. Derzeit stünden zwar keine geeigneten Flächen in Krailling zur Verfügung, dennoch müsse sich der Gemeinderat erneut des Themas annehmen.

144 Asylbewerber sollen Ende März/Anfang April in dem Containerdorf auf der Sanatoriumswiese unterkommen. Bis einen Tag vor deren Ankunft wisse man nicht, wer komme, sagte Borst, ob Familien oder Singles. Dennoch halte man in Kinderbetreuungseinrichtungen und der Schule bereits Plätze für Flüchtlingskinder vor. Diese wolle man auch über den benachbarten Jugendtreff in die Gemeinde integrieren. Um die Flüchtlinge wird sich ein Sozialpädagoge kümmern, den der Landkreis stellt. Außerdem soll es zwei Sicherheitskräfte geben. Der Helferkreis Asyl habe regen Zulauf und inzwischen rund 60 Personen in seinen Reihen, berichtete Borst. Sie bedauerte, dass man sich nicht wie der Nachbarlandkreis München für Unterkünfte in Holzständerbauweise entschieden habe. Sie hoffe aber, dass die grünen Container verkleidet werden.

Werner Lichtfuß wollte wissen, ob man Flüchtlinge auch zu Arbeiten heranziehen dürfe. Für Privatpersonen sei das keine Perspektive, so Borst: „Nach drei Monaten dürfen Flüchtlinge arbeiten – aber nur in öffentlichen Einrichtungen.“

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