Bürgerversammlung

Pentenrieder klagen über Verkehrsbelastung

Die Pentenrieder nutzen die Bürgerversammlung in ihrem Ortsteil, um Kraillings Bürgermeisterin Christine Borst ihren Ärger über die Verkehrssituation mitzuteilen.

Pentenried – „Hier in Pentenried ist die Welt noch in Ordnung“, sagte Kraillings Bürgermeisterin Christine Borst (CSU) auf der Bürgerversammlung für den Ortsteil Pentenried am Montagabend und dankte den Ehrenamtlichen, die mit ihrem Einsatz bei Maibaumfeier, Bierzeltfest, Sonnwendfeuer oder Christkindlmarkt dazu beitragen. Doch bei einem Thema ist die Welt für die Pentenrieder nicht mehr in Ordnung. Rund 50 der aktuell 709 Pentenrieder waren in die Turnhalle des TSV Pentenried gekommen, und den Großteil der Wortmeldungen machten Klagen über den Verkehr aus.

Jürgen Geißinger etwa, der seit 1980 in Pentenried lebt, sagte, der Verkehr an der Gutsstraße bis zur Brennerei habe erheblich zugenommen. Trotz „30er-Gemälde“ auf dem Asphalt bretterten Pkw und Lkw mit hohem Tempo an den dortigen Wohnhäusern vorbei. Deshalb sollte auch Pentenried mit Gut Hüll ins Kraillinger Verkehrsberuhigungskonzept aufgenommen werden, verlangte er.

Max Stürzer, Kreistagsmitglied und ehemaliger Kraillinger CSU-Gemeinderat sagte, der Verkehr von der zugestauten Lindauer Autobahn und der Umgehungsstraße Unterbrunn über Gut Hüll sei mittlerweile „untragbar.“ Morgens zwischen 6 und 9 Uhr fahre da „ein Auto am anderen.“ Er käme schon gar nicht mehr aus seinem dortigen Hof heraus, so der Landwirt. Er sei zwar immer ein Verfechter des Gewerbegebiets KIM gewesen, sagte Stürzer. Doch das erweiterte Gewerbegebiet sei inzwischen am Limit. Auch die „nie grundsanierte“ Römerstraße zwischen Gauting und Gilching, die am Gut vorbeiführt, breche wegen der Lastwagen bald zusammen.

Borst entgegnete, im Zuge des „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“ (ISEK) für Krailling werde nicht nur die Kraillinger Ortsmitte, sondern auch die zukünftige Mobilität in der KIM betrachtet, in der mit dem nächsten Bauabschnitt bei EOS weitere Arbeitsplätze entstehen würden. Die Frage sei, wie die Angestellten da günstig hinkämen. Doch „wenn die Bürger nicht mitmachen“ und jede Familie am Ort drei Autos bewege, „wird‘s schwierig mit dem Verkehr“, so Borst. Sie arbeite mit EOS jetzt an einem Mobilitätskonzept mit Shuttlebus vom Autobahn-Parkplatz zur KIM. Und die Bürgermeisterin versprach: „Wir werden Gut Hüll in unser Verkehrskonzept aufnehmen.“

Den 14 Bewohnern von Gut Hüll sagte Borst auch zu, dass sie in diesem Jahr ans Breitband-Internet angeschlossen würden. Borst verkündete zudem, dass nach Bürgereinwänden im Zuge des Bebauungsplanverfahrens zur Pentenrieder Brennerei deren Wandhöhe nun um einen Meter reduziert werde. Derzeit werde auch das zugehörige Immissionsschutzgutachten erstellt.

Christine Cless-Wesle

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