Kostenexplosion

Planegger Schulsanierung wird immer teurer

  • Andreas Deny
    vonAndreas Deny
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Die Generalsanierung der Planegger Grundschule wird zu einem Fass ohne Boden. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass das Großprojekt die Gemeinde rund 14 Millionen Euro kostet – zwei Millionen mehr als veranschlagt.

Planegg – Es war am Donnerstag nicht das erste Mal, dass sich der Planegger Bauausschuss mit einer Kostenmehrung für die Generalsanierung der örtlichen Grundschule konfrontiert sah. Jahr für Jahr muss die Gemeinde die Auftragssummen für Bauleistungen erhöhen. Und Jahr für Jahr müssen Architekt Peter Oppenheimer und das beauftragte Geretsrieder Büro G+O Architekten heftige Kritik einstecken. Das war schon in der Planungsphase so, als die Kosten ohne wesentliche Änderungen um eine Million Euro hochschnellten, und setzte sich am Donnerstagabend in der Sitzung des Bauausschusses fort.

Die Gemeinde werde von den Bauunternehmen gemolken, sagte Max Gum-Bauer (FWD). Ständig würden neue Mängel festgestellt, die dann ohne neue Ausschreibung nachträglich zu begleichen seien. Diesmal waren rund 120 000 Euro zu bewilligen – für Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten, Neuverlegung des Bodenaufbaus im Altbau, Fassadensanierung und Fliesenarbeiten. Erneut eine „Latte von Maßnahmen“ , wie Jürgen Peters konstatierte. „Hätte man nicht manches früher feststellen können“, wollte der Gemeinderat der Grünen wissen. Laut Oppenheimer sind zahlreiche Mängel wie etwa Feuchteschäden oder Hohlräume erst nach Öffnung des Mauerwerks sichtbar geworden.

11,8 Millionen Euro sind –verteilt auf acht Jahre – für das Großprojekt inklusive Turnhallenneubau in den Gemeindehaushalt eingestellt. Dass dies nicht reichen werde, war schon vor einem Jahr klar. Auf eine halbe bis eine Million Euro schätzte der damalige Bürgermeister Heinrich Hofmann seinerzeit die Mehrkosten. Inzwischen ist von zwei Millionen die Rede, so jedenfalls die aktuelle Prognose des Architekturbüros G+O. „Mit ihren Kostenberechnungen haben Sie sich und uns keinen Gefallen getan“, sagte Michael Book (CSU). Alternativen wie einen Abriss gebe es nicht mehr, jetzt heiße es „Augen zu und durch“. In einem dritten Bauabschnitt sollen nach den Ferien weitere Klasszimmer saniert werden. Bis zum Beginn des Schuljahrs 2021/22 soll alles fertiggestellt sein.

Der Bauausschuss genehmigte die Mehrkosten gegen die Stimmen von Gum-Bauer und Cornelia David (FWD). Angesichts der erwarteten Kostenentwicklung sollen zusätzliche Mittel in den Haushalt 2021 eingestellt werden.

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