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Das Caritas-Altenheim Maria Eich soll um ein Gebäude für Betreutes Wohnen erweitert werden. Die Änderung des Flächennutzungsplans fand aber keine Mehrheit.

Caritas-Altenheim Maria Eich

Projekt für Betreutes Wohnen blockiert

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Angrenzend an das Kraillinger Altenheim will die Caritas ein Gebäude für Betreutes Wohnen errichten lassen. Doch das Bauvorhaben ist erst einmal blockiert: SPD, FBK und Grüne lehnten am Dienstag die erforderliche Flächennutzungsplanänderung ab.

Krailling – Alle Fraktionen des Kraillinger Gemeinderats befürworten den Bau einer Anlage für Betreutes Wohnen beim Altenheim Maria Eich. Rechtlich gibt es keine Hindernisse. Und auch die Untere Naturschutzbehörde hat im Rahmen eines anderen Verfahrens bereits ihre Zustimmung signalisiert, dem Vorhaben stehen ihrer Ansicht nach keine Belange des Natur- und Artenschutzes entgegen. Dennoch hängt das Projekt für weitere Monate in der Warteschleife. SPD, Grüne und FBK verhinderten am Dienstag, dass der geänderte Flächennutzungsplan sowie der Bebauungsplan abgesegnet werden. Mit 8:8 Stimmen gab es jeweils ein Patt. Auch, weil drei CSU-Gemeinderäte nicht mitstimmen durften: Hans Wechner ist der Architekt des Bauvorhabens, Ute Richter und Eleonore Zwißler sind in der Schober-Stiftung engagiert, die den Bau finanzieren will.

SPD, Grüne und FBK verbinden ihr Plazet mit einer artenschutzrechtlichen Untersuchung, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hat. Im September vergangenen Jahres hatte man beschlossen, die Vernetzungskorridore der bedeutenden Eichenbestände zwischen Krailling und Maria Eich festzulegen, vor allem im Hinblick auf den Lebensraum des sogenannten Eremiten, einer seltenen und geschützten Käferart. Um den Umgriff der Flächen festzulegen, solle man erst die Ergebnisse der Untersuchung abwarten, meinte Adrienne Akontz. Auch Erika Harder (SPD) sah keinen Grund zur Eile, das Projekt ziehe sich schon über Jahre hin. „Und jetzt tun wir so, als ob die Senioren auf der Straße sitzen.“ Die Untersuchungsergebnisse werden allerdings erst in einigen Monaten vorliegen. Die Caritas braucht jedoch Planungssicherheit, da sie im Zuge des Neubaus auch das bestehende Altenheim umstrukturieren will (wir berichteten).

Bürgermeisterin Christine Borst versuchte, den Gemeinderäten deshalb goldene Brücken zu bauen. Sie schlug eine Teiländerung des Flächennutzungsplans vor, beschränkt auf das 5000 m2 große und von einem Fachbüro für Naturschutz bereits untersuchte Baugebiet. Gleichzeitig solle der Gemeinderat für den restlichen Umgriff des Flächennutzungsplans eine weitere Änderung in Auftrag geben mit dem Ziel, die vorhandenen Waldflächen und „die Ergebnisse der Erfassung xylobionter Käfer“, sprich die Resultate der Untersuchung, festzuschreiben. Damit könne man absichern, dass es in diesem Bereich künftig keine weiteren Bauvorhaben gebe. Die größte Angst der Bevölkerung sei schließlich, dass die Waldfläche zwischen Altenheim und Drosselweg zugebaut werde, so Borst. Rechtsanwalt Frank Sommer betonte, dass beide Verfahren parallel laufen könnten, zumal sie ganz unterschiedliche Zielsetzungen verfolgten. Die Trennung ermögliche es, die Herausnahme des Baugebiets aus dem Landschaftsschutz zu beantragen.

Während einer Sitzungsunterbrechung berieten SPD, FBK und Grüne den Vorschlag. Erika Harder forderte im Anschluss, es solle zumindest im Protokoll vermerkt werden, dass beide Verfahren parallel und zügig vorangetrieben würden. Dazu kommt es allerdings nicht: Zwar fand die Flächennutzungsplanänderung im Hinblick auf den Schutz der Käfer eine klare Mehrheit. Die für das Betreute Wohnen erforderliche Zustimmung blieb aber aus. Wie es mit dem Projekt weitergeht, ist ungewiss. Die Änderung des Flächennutzungsplans ist erst einmal abgelehnt

Die Leiterin des Caritas-Altenheims, Diana Sturzenhecker, zeigte sich „sehr bestürzt“ über die Entscheidung. Sie habe bereits rund 80 Anfragen für das Betreute Wohnen. Sturzenhecker befürchtet, dass sich die Schober-Stiftung als Finanzier zurückziehen könnte. „Ich weiß nicht, wie lange sie ihr Angebot noch aufrechterhält.“

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