Aus dem Gerichtssaal

„Alptraum für Tankstellenbetreiber“

Krailling - Wer am eigenen Arbeitsplatz lange Finger macht, erntet vor dem Kadi keine Sympathiepunkte.

Während seines Ferienjobs an einer Gautinger Tankstelle trieb es ein junger Kraillinger zu weit und bereicherte sich an 100 Euro. Juristisches Nachspiel: Das Starnberger Jugendgericht ahndete die Tat mit einer Geldauflage von 200 Euro sowie fünf psychosozialen Beratungsgesprächen. Zudem muss sich der Azubi schriftlich bei der Tankstellenpächterin entschuldigen.

Überfällig ist das Pardon des 19-Jährigen allemal, denn weder im Vorfeld seines Prozesses, noch im Sitzungssaal ließ der Kraillinger eine Entschuldigung hören. Ganze vier Wochen arbeitete der Angeklagte an der Gautinger Tankstelle, als die Tat aufflog und er fristlos entlassen wurde.

Die Nerven seiner Chefin hatte der 19-Jährige schon im Vorfeld des Diebstahls gehörig strapaziert. „Der Angeklagte ist ein Alptraum für jeden Tankstellenbetreiber“, so die Tankstellenpächterin, die sich noch heute lebhaft an seine ständigen Raucherpausen und das häufige Zuspätkommen erinnert. Im Mai druckte sich der 19-Jährige dann einen werthaltigen Paysafe-Beleg über 100 Euro aus. Mit diesem Gutschein hätte er sich anschließend Artikel im Wert von 100 Euro kaufen können. So weit kam es jedoch nie, denn die Sache flog auf. Zunächst fiel der Verdacht zwar auf eine Kassenkraft, doch Videoaufzeichnungen zeigten bald einwandfrei, dass der Angeklagte der Täter war.

Im Gerichtssaal erklärte der Kraillinger , er könne sich heute selber nicht erklären, was ihn zu diesem Nonsens verleitet habe. Gegenüber seinen Vorgesetzten hatte er den Diebstahl zunächst konsequent abgestritten. Erst der Vorhalt des Videomaterials entlockte ihm das Geständnis.

Den Jugendbonus erkannte die Jugendgerichtshilfe dem 19-Jährigen ohne Zweifel zu: „Er ist weit entfernt vom Erwachsensein.“ Zugute kam dem Angeklagten lediglich, dass er die 100 Euro bereits vollständig zurückbezahlt hat. Einen unangenehmen Geschmack hatten hingegen die Gesamtumstände der Tat. „Sie haben die Vertrauensstellung als Angestellter ausgenutzt und eine Kollegin in Schwierigkeiten gebracht“, so Richter Ralf Jehle.

nh

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