Über 31 Millionen Euro

Rekordhaushalt verabschiedet

  • schließen

Die Gemeinde Krailling wird in den nächsten Jahren den Gürtel deutlich enger schnallen und Projekte abspecken oder vertagen müssen. Das wurde bei der Verabschiedung des Haushalts für 2019 deutlich.

Krailling –Nach den Rekordeinnahmen aus der Gewerbesteuer im Jahr 2017 (15,8 Mio. Euro) glaubte sich die Gemeinde Krailling für die Zukunft finanziell auf Rosen gebettet. Seit dem Steuereinbruch in diesem Jahr (wir berichteten) ist man wieder auf dem Boden der Realität angekommen. „Am Sparen wird kein Weg vorbeiführen“, konstatierte Kämmerer Michael Aßmus deshalb bei der Verabschiedung des Haushalts für 2019 am Dienstag.

Mit einem Gesamtvolumen von 31,2 Millionen Euro erreicht der Etat im nächsten Jahr ein Rekordniveau und liegt erstmals über der 30 Millionen-Marke. Es werde mit viel Geld operiert, sagte Aßmus. Die gewaltige finanzielle Entwicklung der Gemeinde in den letzten Jahrzehnten lässt sich an Zahlen ablesen: 1960 lag der Gesamtetat bei umgerechnet nicht einmal 500 000 Euro, 2012 mit 15,7 Mio. etwa bei der Hälfte der heutigen Höchstmarke.

Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind für 2019 mit 7 Mio. Euro veranschlagt, bei der Lohn- und Einkommenssteuer hat der Kämmerer 7,1 Mio. Euro angesetzt. Die günstige Steuerentwicklung vergangener Jahre hat ihren Preis: Im nächsten Jahr wird die Gemeinde rund 10 Mio. Euro als Umlage an den Landkreis abführen müssen. Um alle Ausgaben des Verwaltungshaushalts zu bewältigen, ist es erstmals seit 2011 wieder erforderlich, Mittel aus dem Vermögenshaushalt zuzuschießen (3,7 Mio. Euro).

Um den Haushalt zu finanzieren, muss die Gemeinde auf Rücklagen zurückgreifen. Die schwinden zusehends: Hatte man 2017 noch 11,1 Mio. Euro auf der hohen Kante, werden es Ende dieses Jahres noch circa 5,6 Mio sein. 2019 ist eine weitere Entnahme von 4,05 Mio. Euro vorgesehen, sodass letztlich 1,55 Mio. verbleiben.

Angesichts dieser Entwicklung und anstehender Großinvestitionen wie der Neugestaltung der Ortsmitte und insbesondere der Schulsanierung schrillten bei vielen Gemeinderäten die Alarmglocken. „Wir sollten bereits bei diesem Haushalt mit dem Sparen anfangen“, erklärte Rudolf Heidrich (FBK). Stephan Bock (SPD) sprach sich dafür aus, die Verabschiedung des Etats auf Januar zu vertagen, um zwischenzeitlich nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. CSU-Fraktionssprecher Hans Wechner forderte, die Ansprüche herunterzuschrauben. Es stehe infrage, ob man alles „in dieser Großspurigkeit braucht“, sagte er im Hinblick auf die 17 Mio. Euro teure und nur durch Kredite finanzierbare Schulsanierung. Diese müsse man nicht, wie jetzt beschlossen, in einem Zug realisieren.

Einer Vertagung des Haushalts wollte der Gemeinderat nicht zustimmen. Dies sei „mit einem erneuten Verwaltungsaufwand verbunden“, sagte Eleonore Zwißler (CSU). Zudem seien die Gelder bislang nur eingestellt, was de facto ausgegeben werde, entscheide der Gemeinderat. Der Haushalt wurde gegen die fünf Stimmen von SPD und FBK verabschiedet.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Konzeptkünstler stellen aus
Eine sehenswerte Ausstellung: In Martinsried zeigen zwei Konzeptkünstler, der Münchner Uli Schaarschmidt und der Kanadier Onni Nordman, ihre Werke.
Konzeptkünstler stellen aus
Große Pläne für die alte Brennerei
Die Brennerei in Pentenried hat den Besitzer gewechselt. Und dieser hat mit dem maroden Gebäude viel vor.
Große Pläne für die alte Brennerei
Umwelt- und Gemeinwohlpreis
Die Gemeinde Gräfelfing will unternehmerisches Engagement, das der Umwelt und der Gesellschaft dient, belohnen. Der Ausschuss für überörtliche Angelegenheiten und …
Umwelt- und Gemeinwohlpreis
Hunderte demonstrieren gegen Kiesabbau
Dreimal so viele Menschen wie erwartet haben am Marienplatz für Forst Kasten demonstriert. Vor der Wahl wird im dortigen Rathaus aber wohl nichts mehr entschieden.
Hunderte demonstrieren gegen Kiesabbau

Kommentare