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Naturidyll Bergerweiher: Das einst beliebte Badegewässer ist inzwischen verschlammt. Der Gemeinderat muss entscheiden, ob der Teich ausgebaggert werden soll.

Bauausschuss

Sanierung des Bergerweihers fraglich

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Bleibt der Kraillinger Bergerweiher ein Badegewässer? Die ursprünglich für 2019 geplante Sanierung des stark verschlammten Teichs ist jedenfalls erst einmal verschoben.

Krailling – Seit 2017 befasst sich die Gemeinde Krailling mit Sanierungsmaßnahmen für den Bergerweiher. Durch Treibgut der Würm und Laubeintrag ist der Teich stark verschlammt, das Badevergnügen getrübt. Den Grunddes Gewässers bedecke eine im Schnitt 36 Zentimeter dicke Schlammschicht, berichtete Umweltreferentin Susanne Brittinger am Dienstag im Bauausschuss. Dies habe eine in Auftrag gegebene Untersuchung ergeben.

Das Ausbaggern des Weihers ist kostspielig. Der Schlamm mit einem Wassergehalt von 75 bis 85 Prozent müsse anschließend getrocknet, auf Schadstoffe untersucht und deponiert werden, so Brittinger. „Das ist wie ein Straßenaufbruch zu behandeln.“ Die Belastung des Schlamms bewege sich aber grob geschätzt innerhalb der Grenzbereiche. Sollte der Weiher abgelassen werden, muss man zudem den Fisch- und Amphibienbestand in die Würm und umliegende Biotopflächen versetzen.

Für eine Sanierung des Bergerweihers gebe es zahlreiche mögliche Maßnahmen, erklärte die Umweltreferentin. Denkbar sei etwa die Installation eines Schlammfangbeckens. Entscheidend sei, ob die Gemeinde einen Zierteich wolle, so wie der Bergerweiher ursprünglich angelegt war, oder aber ein Badegewässer. Dann seien auch weitreichende Sicherheitsmaßnahmen erforderlich.

Projekt aus der Finanzplanung für 2019 genommen

Dietlind Freyer-Zacherl (FBK) plädierte dafür, den Weiher „so natürlich wie möglich zu belassen“. Das Wasser sei relativ sauber, man könne darin durchaus schwimmen – auch dank privater Reinigungsaktionen wie etwa von Tscho Zintl. Sie schlage vor, erst einmal die nächste Badesaison abzuwarten. Das Badevergnügen sah Martin Hoffmann (SPD-Fraktion) allerdings längst eingeschränkt, ein Schwimmen sei im Bergerweiher nicht mehr möglich. „Mehr als 50 Zentimeter Wasserhöhe sind nicht nutzbar.“ Imme Kaiser (Grüne) hielt dies für weniger problematisch. Die Würm sei ohnehin nicht tief, einzige Ausnahme sei das künstlich angelegte Planegger Wellenbad.

Hoffmann appellierte, auf jeden Fall die Kosten zu klären. Das Ausbaggern halte nicht ewig vor, im Anschluss werde es wieder Ablagerungen geben. Man müsse also berechnen, welche Kosten im Schnitt pro Jahr für eine derartige Maßnahme anfallen. Bislang liegt nur eine grobe Kostenschätzung des Starnberger Büros Terrabiota vor. Dieses hatte 2017 für einen ganzen Maßnahmenkatalog inklusive Neubepflanzung Ausgaben von rund 500 000 Euro veranschlagt.

Eine Entscheidung, ob Maßnahmen zur Sanierung des Weihers ergriffen werden, fällte der Ausschuss nicht. Die Zeit drängt auch nicht. Um Geld einzusparen, wurde das Projekt aus der Finanzplanung für 2019 herausgenommen. Es soll frühestens 2020 realisiert werden.

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