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Waldähnlichen Baumbestand hat die Wohnanlage an der Pentenrieder Straße. Eigentümer wollten in der Vergangenheit Fällungen gerichtlich durchsetzen. 

Neuer Grünordnungsplan

Mehr als 200 Bäume auf dem Prüfstand

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Die Gemeinde Krailling will den Baumbestand für die Wohnanlage nördlich der Pentenrieder Straße neu festschreiben. Möglichst im Einvernehmen mit den Anwohnern, von denen in der Vergangenheit mehrere über die Verschattung ihrer Wohnungen klagten.

Krailling – Das Karree zwischen Pentenrieder Straße, Sperber- und Stieglitzweg umfasst sieben mehrstöckige Häuser, darunter vier Kettenhäuser und ein Terrassenhaus mit insgesamt 193 Wohneinheiten. Der gesamte Baumbestand ist erhaltenswert, „eine Rodung ist nur für Verkehrs- und Bauflächen in unumgänglich notwendigem Maß zulässig“ – so sieht es der Bebauungsplan vor. Doch der ist inzwischen mehr als 40 Jahre alt. „Das ist heute nicht mehr zu halten“, konstatierte Christian Ufer im Kraillinger, Bau- und Umweltausschuss. Der Landschaftsarchitekt des Starnberger Büros Terrabiota hat im Auftrag der Gemeinde den aktuellen Baumbestand in dem Gebiet ermittelt. Ziel ist es, im Bebauungsplan neue, zeitgemäße grünordnerische Festlegungen zu treffen.

Viele Bäume des von Eichen und Hainbuchen dominierten Waldstücks haben mit den Jahren gewaltige Ausmaße erlangt. Das führte in der Vergangenheit zu Konflikten: Anwohner, deren Wohnungen stark verschattet wurden, hatten Fällungen beantragt, die das Landratsamt Starnberg teilweise ablehnte (wir berichteten).

Rund 240 Bäume hat Ufer in seiner Bestandsaufnahme erfasst. 164 sollen als schützenswert festgeschrieben werden, weitere 36 kleinere oder in ihrer Vitalität eingeschränkte, aber stabile Bäume als erhaltenswert. Insgesamt 34 Bäume mit Schäden und geringer Lebenserwartung sind in dem neuen Plan gar nicht mehr erfasst. „Auf dem Grundstück sollten mindestens 210 Bäume vorgehalten werden“, erklärte Ufer. Das entspreche einer durchschnittlichen Dichte von einem Baum je 150 Quadratmeter – etwas mehr als in den sonst für Krailling typischen Einfamilienhaus-Gebieten. Ufer wies auch darauf hin, dass in der Vergangenheit für neun gefällte Bäume keine Ersatzpflanzungen vorgenommen wurden.

Den neuen Grünordnungsplan will die Gemeinde nun mit den Anwohnern abstimmen. Richard Siebler (CSU-Fraktion) sprach sich dafür aus, ihn der Eigentümergemeinschaft der Wohnanlage vorzulegen, um eine einvernehmliche Lösung zu erreichen. Die Eigentümergemeinschaft solle eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, regte CSU-Fraktionssprecher Hans Wechner an, damit die Gemeinde ein offizielles Votum erhalte. An der Versammlung soll auf Vorschlag von Sebastian Sefzig (FDP) möglichst auch Ufer teilnehmen und den neuen Grünordnungsplan erläutern. „Das ist besser, als wenn wir wegen Unverständnis ein 50-seitiges Anwaltsschreiben bekommen“, so Sefzig. Dieser erklärte sich dazu grundsätzlich bereit.

Der Bau- und Umweltausschuss billigte den Entwurf des neuen Grünordnungsplans einstimmig.

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