Versammlung der Siedlervereinigung Pentenried

Heikle Themen stören nicht die Harmonie

Pentenried - Für die Siedlervereinigung Pentenried sind auch heikle Themen kein Problem. Das zeigte die Jahresversammlung.

Wenn es eine Tradition ist, am Ende jeder Jahreshauptversammlung Witze zu erzählen, gerne auch mal solche der etwas deftigeren Art, dann scheint der betreffende Verein von Problemen wie Mitgliederschwund, leeren Kassen und Desinteresse weit entfernt zu sein. So zu beobachten bei der Siedlervereinigung Pentenried, deren Mitglieder sich am Donnerstagabend im Gasthaus Lorenz versammelten.

Zwar musste Vorsitzender Adolf Lorenz zwei heikle Themen den Versammelten schmackhaft machen – eine geplante Beitragserhöhung von 21 Euro auf 24 Euro sowie ein Minus im Jahr 2015 – dennoch schien das der Harmonie keinen Abbruch zu tun. Was mit den grundsätzlichen Statuten des 1950 gegründeten Vereins zusammenhängen mag: Freundliches Miteinander, Hilfsbereitschaft und Zusammengehörigkeit stehen für die Siedlervereinigung und somit auch für den Ort Pentenried ganz oben auf der Agenda.

„Wir vertreten die Interessen des Ortes, wir reden bei der Ortsentwicklung mit und vermitteln auch mal bei Streitigkeiten“, erklärte es Adolf Lorenz. Und: Die monatliche Vereinszeitung wird den Mitgliedern persönlich zugestellt. Gleiches gilt für den Jahresbeitrag, auch er wird persönlich in bar kassiert. Anonymität? Fehlanzeige. „Der persönliche Kontakt ist uns hier in Pentenried einfach wichtig“, so Lorenz.

Vielleicht ist dies auch ein wenig das Erfolgsgeheimnis des Vereins. Denn während andere alt eingesessene Vereine gar ihre Arbeit aufgeben müssen, darf Lorenz stolz auf eine beharrlich wachsende Mitgliederzahl blicken. 150 sind es aktuell – der Ort Pentenried zählt 750 Einwohner. „Wir wachsen langsam, aber stetig“, so der Vereins-Chef. Und auch die Tatsache, dass es immer mehr jüngere Bürger und Familien in den Kraillinger Ortsteil zieht, tut dem keinen Abbruch. „Auch Neubürger sprechen wir an und können sie für die Siedlervereinigung gewinnen“, berichtet Lorenz. Der Zusammenhalt in Pentenried ist groß, das spürt man.

So ist beispielweise der für den 16. Juli geplante Jahresausflug in die Bischofsstadt Eichstätt schon jetzt nahezu ausgebucht. Für 15 Euro darf man sich auf einen geselligen Tag freuen, inklusive Frühstückspause, für die Adolf Lorenz selbst morgens noch vor der Abfahrt die Semmeln vom Bäcker holt. Auch die Maifeier steht heuer wieder auf dem Programm. Sie war es, die vergangenes Jahr wegen schlechten Wetters zwar nicht ins Wasser fiel, aber doch für deutlich weniger Einnahmen sorgte. Übers ganze Jahr 2015 hin machte der Verein ein Minus von knapp 600 Euro. Bei einem Guthaben von 14 500 Euro nahmen die versammelten Mitglieder dies aber milde zur Kenntnis. Auch, weil die Siedlervereinigung im vergangenen Jahr nun endlich ihre lang ersehnte Gerätehütte aufbauen konnte, die allerdings mit 18 000 Euro von der Gemeinde Krailling bezuschusst worden war.

Der letzte Punkt auf der Tagesordnung mag vielleicht bei anderen Vereinen für Zündstoff oder zumindest Diskussionen sorgen. Doch Adolf Lorenz erklärte, warum die Beitragserhöhung ab 2017 um drei Euro notwendig und unausweichlich sei. Der Landesverband, an den die Siedlervereinigung angeschlossen ist, erhöhe die Beiträge selbst um 2,40 Euro. Aus diesem Grund müsse man diese Erhöhung an seine Mitglieder weitergeben. Die zeigten sich einsichtig und votierten ohne Gegenstimme für diesen letzten Tagesordnungspunkt.

Katharina Korb

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Koste es, was es wolle
Blitzer an Autobahnen durchzusetzen ist kein leichtes Unterfangen. Diese Erfahrung macht die Gemeinde Gräfelfing derzeit. Nun ist man bei dem teuren Vorhaben einen …
Koste es, was es wolle
Neue Busverbindung nach Pasing
Martinsried bekommt eine direkte Busverbindung zum Pasinger S-Bahnhof. Die Linie 259 soll ab Fahrplanwechsel 2018 verkehren. Die Streckenführung war im Planegger …
Neue Busverbindung nach Pasing
Lebensretter für zwei Wochen
Rene Greiner ist Segler. Üblicherweise zu seinem Vergnügen. Kommende Woche begibt er sich auf See, um Menschenleben zu retten. Er will Flüchtlinge vor der Libyschen …
Lebensretter für zwei Wochen
Ausschuss votiert für 35-Meter-Mast am Neunerberg
Der Gräfelfinger Gemeinderat hält trotz Bedenken und Protesten aus Planegg an seinem Mobilfunkkonzept fest. Er weiß die Naturwissenschaft auf seiner Seite.
Ausschuss votiert für 35-Meter-Mast am Neunerberg

Kommentare