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Illegal abgestellte Audi sollen laut Bürgermeisterin Auslöser dafür sein, dass die Gemeinde für das Tanklager eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme einleitet.  

Gemeinde will Untersuchung zu städtebaulicher Entwicklung

Sorge um Zukunft des Tanklagers

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Die Gemeinde Krailling macht sich Sorgen, das Tanklager im Kreuzlinger Forst könnte nicht mehr als solches genutzt werden, und ergreift Maßnahmen. Zu Recht? Die Nato sendet andere Signale.

Krailling Die Beziehung der Gemeinde Krailling zum Tanklager im Kreuzlinger Forst ist geprägt von Misstrauen. Dieses geht nun so weit, dass die Gemeinde davon ausgeht, dass das Tanklager künftig nicht mehr als solches genutzt wird. Am Dienstag beschloss der Gemeinderat deshalb, eine Untersuchung für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme einzuleiten. Bedeutet: Auf dem Gelände geht ein Jahr lang nichts mehr – außer Tanklager. Dann muss die Gemeinde entscheiden, welche Nachfolgenutzung sie anstrebt.

Für Markus Neubauer, Geschäftsführer der Firma Krailling Oils Development (KOD), der das Tanklager gerade aufwendig modernisiert haben will, kommt der Beschluss überraschend. Am Mittwoch sei der erste Diesel nach der Sanierung im Tanklager eingetroffen. Kommende Woche erwarte er den ersten Lastwagen, der Kraftstoff abholen soll. Das Tanklager sei kurz davor, wieder in Betrieb zu gehen. Dazu habe die Nato erst vergangene Woche in Versailles beschlossen, ihre Pipeline ins Tanklager über 2018 hinaus aufrechtzuerhalten. Die Leitung zwischen Landsberg und Krailling ist seit 2010 mit Stickstoff gefüllt und wird nicht genutzt. Die Außerbetriebnahme war ursprünglich für Ende 2018 vorgesehen gewesen.

Warum also dieser Beschluss? „Die Audis waren der Auslöser“, sagt Kraillings Bürgermeisterin Christine Borst. Die KOD hatte der Firma Audi entgegen dem gültigen Flächennutzungsplan gestattet, auf dem Gelände rund 2000 Autos zwischenzulagern. Das Landratsamt Starnberg schickte einen Bescheid zur Beseitigung; alle sind noch immer nicht weg. „Da wurden wir hellhörig, ob unser Flächennutzungsplan der richtige Schutz ist“, sagt Borst. Sie meint, dass das Gebiet rund um die Tanks im Fokus von Investoren liege. „Da ist uns ein Raunen herangetragen worden.“ Also habe die Gemeinde jetzt gehandelt. Neubauer sind die Gerüchte bekannt. Er versichert: „Da gibt es immer wieder Ideen, aber da verfolgen wir nichts.“

Rudolf Heidrich (FBK) aus Frohnloh ist der Einzige, der am Dienstag gegen den Beschluss des Gemeinderats stimmte. Dabei teilt er die Sorge um die Entwicklung des Geländes. „Es sind Begehrlichkeiten vorhanden“, weiß er. „Das ein oder andere würde man mit dem jetzt geltenden Sondergebiet Tanklager nicht in den Griff bekommen.“ Der Landwirt freut sich daher, dass die Gemeinde nun ein Jahr Zeit gewonnen habe, „aber man hat noch keine Lösung gefunden“. Ob später auf dem Gelände beispielsweise ein Landschaftspark oder Gewerbe entstehen soll, sei offen. Er sei für viel Natur und hätte das gerne gleich in dem Beschluss festgehalten.

„Die Natur dort zu schützen, ist uns ein Anliegen“, versichert auch Borst. Und was KOD betrifft, will sie keine Ängste schüren: „Das Tanklager war immer da und kann auch weiter betrieben werden.“

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