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Eine Musterfläche hat die Gemeinde auf Höhe der Margaretenstraße 58 ausgelegt. Katrin Rosipal aus Krailling und Silke Bürkle-Schiffbauer aus Stockdorf begutachten die Beläge – je zwei aus Beton- sowie Naturstein.

Ausbau der Margaretenstrasse

Steiniger Weg zur neuen Ortsmitte

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Der Kraillinger Bauausschuss hat entschieden: Er plädiert dafür, den Straßenraum der neuen Ortsmitte mit hochwertigem Naturstein zu gestalten – trotz hoher Kosten.

Krailling – Betonstein oder deutlich teurerer Naturstein? Vor diese Frage sah sich am Dienstagabend der Kraillinger Bauausschuss im Hinblick auf die Neugestaltung des Ortszentrums gestellt. Und machte sich vor Sitzungsbeginn erst einmal ein Bild vor Ort: Auf Höhe der Margaretenstraße 58 hat die Gemeinde vor dem Geschäftshaus Sanftl eine Musterfläche mit unterschiedlichen Belägen eingerichtet. Obwohl die Kosten für den barrierefreien Ausbau der Ortsmitte zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich in der Vergangenheit immer wieder in der Kritik standen (wir berichteten), favorisierte der Bauausschuss letztlich Naturstein, genauer gesagt Bayerwald-Granit mit einem Quadratmeterpreis von rund 200 Euro. Die Gemeinderäte folgten damit der Empfehlung von Timo Herrmann. Naturstein sei lebendiger, pflegeleichter und nachhaltiger als Betonwerkstein, erklärte der Geschäftsführer des Berliner Planungsbüros bbz, Sieger des Architektenwettbewerbs.

Die Kosten für die Neugestaltung der Margaretenstraße zwischen Kraillinger Brauerei und Margaretenkirche werden bei einer Standardsanierung von Oberflächen und Unterbau auf rund 2,4 Millionen Euro geschätzt. „Für eine funktionelle und gestalterische Aufwertung erhöhen sich die Kosten in Abhängigkeit von der abschließenden Entscheidung über die Materialwahl für die Straßenraumgestaltung um ca. 1,3 bis 2,2 Millionen Euro“, heißt es in der im Frühjahr von der Gemeinde herausgegebenen Informationsbroschüre zur Ortsmitte. Genaue Angaben lassen sich derzeit auch deshalb nicht machen, weil eventuell Flächen ausgespart werden. Imme Kaiser (Grüne) jedenfalls schlug vor, erst kürzlich erstellte Abschnitte, etwa vor der Marien-Apotheke, zu belassen und in die Neugestaltung zu integrieren. Die Gemeinde rechnet bei der Sanierung in jedem Fall mit einem hohen Zuschuss aus dem Städtebauförderprogramm.

Ob der Gemeinderat der Empfehlung für Naturstein folgt, entscheidet sich in der Sitzung am Dienstag 27. Juni. Sebastian Sefzig (FDP) und Werner Engl (Grüne) appellierten vergeblich dafür, die Entscheidung um vier Wochen zu vertagen, zumal die Musterfläche nicht ordnungsgemäß ausgeführt wurde und die Firma nachbessern musste. Dadurch hätte der Bürger nochmals die Möglichkeit, sich zu äußern. Bürgermeisterin Christine Borst meinte dagegen, man sollte den Mut zur Entscheidung haben.

Die Gemeinde will die Bevölkerung aber auch künftig eng in die Planung einbinden. Bekanntlich hat sie mit der Palais Mai GmbH eigens ein Büro engagiert, das sich um Anliegen der Bürger kümmert. 45 Gespräche hat Peter Scheller bislang mit Anliegern geführt. Sein Fazit: Die Planung werde grundsätzlich positiv aufgenommen.

de

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