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Präsident Loecher: Rücktritt wegen 2G

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Von: Robert M. Frank

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Präsidium TV Planegg Krailling mit Achim Loecher
Da war noch alles in Ordnung: Achim Loecher (Mitte) mit dem Präsidiumsteam im September 2020. © Dagmar Rutt

Achim Loecher ist als Präsident des TV Planegg-Krailling zurückgetreten. Der langjährige Verantwortliche des großen Sportvereins führt in einem offenen Brief persönliche Gründe für seine Entscheidung an. Konkret nennt er die neue 2G-Regelung, die er als „Diskriminierung in Reinkultur“ ansieht.

Krailling – Der TV Planegg-Krailling muss sich nach einem neuen Präsidenten umsehen. In seinem offenen Brief vom 18. November hat der bisherige Präsident Achim Loecher seinen sofortigen Rücktritt offiziell kundgetan. In dem Schreiben erläutert der 61-jährige Kraillinger seinen Entschluss. „Die aktuellen politischen Entscheidungen zum Thema Corona-Maßnahmen (speziell 2G) sind nicht mehr mit meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in Einklang zu bringen und treffen bei mir persönlich auf völliges Unverständnis“, heißt es in Loechers Brief.

Schweigen über persönlichen Impfstatus

Der Würmtaler Vereinschef, der beim Kraillinger Turnverein mit über 1800 Mitgliedern seit 15 Jahren in verschiedenen leitenden Funktionen tätig war, bezeichnet die Grenze der Akzeptanz im Zusammenhang mit dem steigenden Druck auf ungeimpfte Personen im Rahmen der aktuellen 2G-Regelungen als „weit überschritten“. „Erst einmal möchte ich betonen, dass ich weder ein Impfgegner noch ein Corona-Leugner bin. Mir ist die Gefährlichkeit dieses Virus bewusst, und ich habe alle bisherigen Schutzmaßnahmen für gut befunden und im Verein in vollem Umfang mitgetragen“, sagte Loecher am Freitag auf Anfrage. Mit den jüngsten Regelungen für Ungeimpfte sei für Loecher allerdings „ein Punkt überschritten“ worden. „Ungeimpfte Personen werden aus öffentlichen, gesellschaftlichen und sportlichen Bereichen ausgegrenzt, um über die Hintertüre einen indirekten Impfzwang auszuüben. Dies ist aus meiner Sicht Diskriminierung in Reinkultur, von der ich mich ganz klar und auch öffentlich distanziere. Mein eigener Status (geimpft, genesen oder ungeimpft) spielt dabei überhaupt keine Rolle“, betont Loecher, der seinen persönlichen Impfstatus nicht öffentlich preisgeben möchte.

TV-Vizepräsidentin Stephanie Mehnert bedauerte den Schritt Loechers und wollte den Respekt vor dieser persönlichen Entscheidung zum Ausdruck bringen, stellte aber auch unmissverständlich fest: „Es ist uns als Verein sehr wichtig, dass das eine sehr persönliche Sicht der Dinge ist.“

Vereinsratssitzung am 13. Dezember

Mehnert, die als Teammanagerin der Volleyball-Zweitliga-Damen und Trainerin beim TV tätig ist, wird nun die Geschäfte vorübergehend leiten. Bei der Vereinsratssitzung am 13. Dezember sollen die Präsidiumsmitglieder und Abteilungsleiter in diesem Gremium dann satzungsgemäß eine Person bestimmen, die das Amt des Präsidenten kommissarisch bis zur nächsten Delegiertenversammlung übernimmt, die turnusgemäß im April 2022 stattfinden würde.

Die politischen Verantwortlichen der Gemeinden Krailling und Planegg, die den Verein tatkräftig mit Zuschüssen unterstützen, hielten sich auf Anfrage mit Kritik an Achim Loechers Schritt zurück. „Das ist eine persönliche Entscheidung. Wir werden an der Zusammenarbeit mit dem TV Planegg-Krailling deswegen nichts ändern und den Verein weiterhin wie bisher unterstützen“, sagte Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger. Kraillings Bürgermeister Rudolph Haux erklärte: „Für mich ist der Grund, warum er zurückgetreten ist, nicht nachvollziehbar. Aber es ist eine persönliche Entscheidung, die ich respektiere.“

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