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Kaum eingezogen, muss der Keller schon wieder renoviert werden. Für die Entscheidung des Landratsamtes, eine Erhöhung des Niveaus um 28 Zentimeter zu verweigern, fehlt ihnen das Verständnis: (v.l.) Nachbar Dieter Hager, Bruder Michael Singer mit Sohn Dominik, Markus Singer mit Tochter Sina, seiner Mutter Maria und seiner Frau Birgit. 

Starkregen sorgt für überfluteten Keller

 Singers geben Landratsamt die Schuld

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„28 Zentimeter hätten gereicht“, sagt Markus Singer. Doch das Landratsamt lehnte eine Anhebung des Bauniveaus ab. Nun drückt bei Starkregen schlammiges Wasser durch die Kellerfenster.

Pentenried – Markus Singer, seine Frau Birgit und Tochter Sina sind vor zwei Wochen in ihr neues Haus im Benediktenweg 9 in Pentenried eingezogen. Der Starkregen in der Nacht zum vergangenen Mittwoch setzte den Keller unter Wasser. Dass dieser nicht auch noch beim kurzen Gewitter am Donnerstagabend volllief, verdanken Singers der Freiwilligen Feuerwehr, die wieder stundenlang pumpte. Die Familie erhebt schwere Vorwürfe gegen das Landratsamt Starnberg. Unterstützt wird sie von ihrem Nachbarn Dieter Hager. „Man kann nicht wissentlich jemanden so ins Messer laufen lassen“, sagt der Kraillinger Altbürgermeister.

Das Grundstück, auf dem das Fertighaus der Singers steht, liegt tiefer als die angrenzenden Felder und die Straße. Es war bis vergangenes Jahr landwirtschaftliche Fläche im Außenbereich. Im Rahmen einer Ortsabrundungssatzung wurde es zu Baugrund. Im Bebauungsplan steht laut Hager, dass die Kreisbaubehörde das Bodenniveau festsetzt. Er enthalte aber auch den Hinweis, dass bei Starkregen mit Überflutungen zu rechnen sei.

Singers Architektin hatte in Absprache mit der Kraillinger Bauamt das Niveau angehoben. Der für Krailling zuständige Sachbearbeiter in der Bauverwaltung des Landratsamtes lehnte dies ab. Er habe zunächst eine Absenkung um acht, dann nochmals um 20 Zentimeter gefordert, so Markus Singer. Einen Ortstermin habe er trotz mehrfacher Bitten verweigert. Altbürgermeister Hager nahm Kontakt zu Landrat Karl Roth und Kreisbaurat Christian Kühnel auf, doch auch das half nicht.

Da die Fertigbaufirma eine Baugenehmigung forderte, um loslegen zu können, und Bereitstellungszinsen vonseiten der Bank drohten, gaben Singers nach. „Wir haben das hingenommen, weil wir bauen wollten“, sagt Markus Singer. Jetzt müssen er und seine Familie bei jedem Starkregen zittern. Eine Betonwand rund ums Grundstück könnte helfen, doch sind die Mehrkosten jetzt schon beträchtlich. Auch weil Singers einen Erdwall zu den Feldern hin errichten lassen. Für die ruinierten Böden im Keller und den Estrich, der erneuert werden muss, kommt die Versicherung auf, den Dreck und den Ärger haben Singers.

Hager spricht von einer „Fürsorgepflicht“ der Bauverwaltung im Landratsamt. „Man weiß, wie die Topografie ist. Dass das Gelände nach außen ansteigt und dass Wasser bei Starkregen runterfließt. 28 Zentimeter nimmt doch keiner wahr.“ Er fühlt sich ans Jahr 2000 erinnert, als es bei einem Einheimischenmodell gleich in der Nähe in Pentenried ebenfalls einen vollgelaufenen Keller gab. „Das ganze Kellergeschoss war unbewohnbar und musste auf Rohbaustand zurückgeführt werden“, sagt Hager. Damals habe es Hinweise von der Wasserwirtschaft gegeben, „dass mit Überflutungen zu rechnen ist, weil große Feldflächen Gefälle haben“. Schon da, so Hager, habe das Landratsamt viel Kritik einstecken müssen, „weil es die Warnhinweise nicht in die Baugenehmigung hat einfließen lassen“. Hager: „Jetzt ist es genau das Gleiche.“

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