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Der Kraillinger Erwin Buchart wirft Glas am Container-Standort Fleckhamerstraße ein. Er hält sich an die Einwurfzeiten, zu viele Mitbürger tun das nicht und sorgen bei den Anwohnern für Unmut.

Lärm am Wertstoff-Standort Fleckhamerstraße

Unterirdische Container für Krailling zu teuer

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Neidisch blicken manche Kraillinger in Richtung Gräfelfing. Sie wünschten, ihre Glascontainer wären ebenfalls unter der Erde. Doch aktuell gibt es keinen Grund zur Hoffnung.

Würmtal Die einen stellen ihr Graffel ab, die nächsten entsorgen ihre Flaschen zu Unzeiten: Anlieger des Containerstandorts an der Fleckhamerstraße in Krailling sind genervt. Um zu sehen, wie es besser laufen kann, müssen sie nicht weit schauen. In Gräfelfing liegen zahlreiche Container für Glas und Papier inzwischen unter der Erde. Fünf Standorte wurden dort bereits umgerüstet. Das System hat sich so gut bewährt, dass die Gemeinde heuer drei weitere Standorte umstellen will.

Doch in Krailling wird es erstmal keine Unterflurcontainer geben. „Krailling hat das Geld im Moment nicht“, sagt Bürgermeister Rudolph Haux. Günstig ist die Umstellung auf Unterflurcontainer nicht. „Inklusive Aushubarbeiten muss man mit 30 000 Euro pro Standort rechnen“, erklärt Lydia Brooks, zuständig für Abfallwirtschaft in der Gemeinde Gräfelfing. Das können sich allerdings nur wohlhabende Gemeinden leisten.

Brooks schwärmt von den unterirdischen Containern in ihrer Gemeinde. Zuvor seien manche Standorte eingezäunt gewesen. Jetzt seien sie einsehbar und würden daher sauberer gehalten. Widerrechtlich abgestelltes Graffel „ist eindeutig weniger geworden“. Und: „Es ist auf jeden Fall leiser.“ Wer seine Flaschen nachts entsorgt, weckt keine Nachbarn mehr auf. Das eingeworfene Glas werde während des Falls erst abgebremst und lande dann in gedämmten Behältern – und das unter der Erde. Lydia Brooks berichtet von dem Problemstandort an der Bussardstraße. Dort sei früher Unrat in die Container gestopft und abgeladen worden. „Jetzt funktioniert es.“

Der Geschäftsführer des Entsorgungsverbandes AWISTA, Peter Wiedemann, der für die Abfallentsorgung in Krailling verantwortlich ist, wehrt sich dagegen, den Standort an der Fleckhamerstraße in Krailling als Problemstandort zu bezeichnen. „Da haben wir ganz andere Brennpunkte.“ Ihm seien die Beschwerden aus Krailling gleichwohl bekannt. „Wir haben daher unsere Mitarbeiter vom benachbarten Wertstoffhof gebeten, den Standort täglich zu überprüfen und Fehlwürfe oder widerrechtliche Ablagerungen einzusammeln.“ Er geht davon aus, dass Menschen aus der unmittelbaren Umgebung der Grund für das Problem sind. „Eine Salatschüssel aus Glas hat dort nichts zu suchen, dafür gibt es Wertstoffhöfe.“

Unter den 127 Standorten des AWISTA im Landkreis Starnberg liege nur einer unter der Erde. „Den hat die Gemeinde Gilching damals selber bezahlt“, so Wiedemann. Und so müsste Krailling seinen ebenfalls selbst bezahlen. Bürgermeister Haux findet eine Umrüstung sinnvoll. „Es ist eine schöne Sache.“ Aber: „Solche Bonbons sind im Moment nicht drin.“ Dass die AWISTA die Container im Landkreis Starnberg umstellt und Krailling damit günstiger wegkommt, erwartet Wiedemann in den kommenden drei Jahren nicht. Denn das müsse der Verband erst mit dem Dualen System verhandeln, und da habe erst kürzlich keine Einigung erzielt werden können.

So zerschlägt sich die Hoffnung der Kraillinger Bürger, dass ihre Container schon bald zwei Meter unter der Erde stehen. Bleibt ihnen nur ein Appell an ihre Mitbürger, sich den geltenden Regeln entsprechend zu verhalten.

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