Aus dem Gerichtssaal

Verlobte gewürgt und in Bauch geschlagen

Sie wollten heiraten. Doch dann bekam sich ein Kraillinger Paar in die Haare – wegen ein paar Karotten. Der 23-jährige Mann musste sich jetzt wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Krailling – Laut Anklage soll der Angeklagte seine zwölf Jahre ältere Freundin bedroht, gewürgt und in den Bauch geschlagen haben. Zu der Auseinandersetzung war es im April vergangenen Jahres in deren gemeinsamer Wohnung in Krailling gekommen. „Wir wollten im Sommer heiraten. Sie hat mir aber vorgeworfen, dass ich sie betrügen würde. Das stimmte nicht“, so der Angeklagte, der inzwischen nach München verzogen ist. Im Streit um ein paar Karotten zerbrach der Student offenbar zunächst den Möhrenbehälter, woraufhin seine 35-jährige Freundin temperamentvoll ein Weißbierglas zu Boden warf.

Was dann folgte, behält die 35-jährige Lehrerin bis heute in übler Erinnerung. Als die Geschädigte den Haustürschlüssel des Angeklagten an sich nahm und diesen zum Ausziehen aufforderte, verlor der Student die Kontenance. „Er wollte seinen Schlüssel zurück, hat mich am Hals gepackt und gesagt, er würde mich umbringen“, so die Ex-Verlobte des Angeklagten. Im Schlafzimmer habe er die 35-Jährige zunächst gegen den Schrank und anschließend auf das Bett geworfen. Tritte in den Bauch blieben dabei ebenso wenig aus wie ein schmerzhafter Griff ins Gesicht der Frau. Die elfjährige Tochter der Geschädigten alarmierte schließlich die Polizei und holte einen Nachbarn zu Hilfe.

Sichtlich bewegt und mit den Tränen ringend schilderte die 35-jährige Nebenklägerin, wie sie etwa einen Monat lang mit den Verletzungsfolgen zu tun hatte: „Ich hatte überall blaue Flecken, konnte nicht in die Arbeit und musste Medikamente nehmen.“ Zwar leugnete der Student zunächst, seine Ex-Verlobte derart zugerichtet zu haben und räumte lediglich ein Gerangel um den Wohnungsschlüssel ein. Das Rechtsgespräch hinter verschlossen Türen brachte zum Prozess-ende jedoch die Wende. Der 23-Jährige räumte nach Rücksprache mit seiner Anwältin die Tatvorwürfe ein.

Richterin Christine Conrad setzte die verhängte Geldstrafe bei 90 Tagessätzen à 30 Euro fest und blieb damit unter der Eintragungsgrenze ins Führungszeugnis. Mildernd gestand das Gericht dem Angeklagten zu, dass eine gewisse Provokation seitens seiner Ex nicht auszuschließen sei.

Nilda Höhlein

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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