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Auf einer Teststrecke werden Crashtest-Anlagen auch in einer Halle der Firma Messring überprüft. Meist geschieht dies jedoch vor Ort beim Kunden.  

Messring zieht nach Gilching um

Weltmarktführer verlässt Krailling

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Die Gemeinde Krailling verliert einen Weltmarktführer und sehr guten Gewerbesteuerzahler: Die Firma Messring verlässt die KIM und siedelt sich auf dem „Air Tech Campus Oberpfaffenhofen“ an.

Krailling – Platz ist in der Kraillinger Innovationsmeile rar, Erweiterungsflächen stehen nach der Bebauung des Betriebssportplatzes nicht mehr zur Verfügung. Was zu Abwanderung eines Global Player führt: Die Firma Messring verlegt ihren Firmensitz von Krailling in die Gemeinde Gilching.

„Wir bedauern das zutiefst“, sagt Kraillings Wirtschaftsförderer Alexander Broschell. Gemeinsam mit der Geschäftsführung von Messring habe die damalige Bürgermeisterin Christine Borst nach Lösungen gesucht. Man habe der Firma mangels Platz im Gewerbegebiet aber keine Perspektiven aufzeigen können. Zumal Messring für seine Teststrecken besondere Anforderungen an Gebäude habe. Das Unternehmen ist Weltmarktführer in der Projektierung und dem Bau von Crashtest-Anlagen. Es verfügt über ein internationales Netz von Tochterfirmen, Handelsvertretungen und Vertriebspartnern weltweit. Zu den Kunden zählen nahezu alle Automobilhersteller. So auch die Firma Mercedes-Benz, für die man vor einigen Jahren in Sindelfingen die weltweit größte Crashtest-Anlage errichtete. Rund um den Erdball hat Messring mehr als 120 derartige Anlagen erstellt.

130 Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale

Geplant werden die Anlagen in der Unternehmenszentrale, die seit dem Jahr 2000 im Kraillinger Gewerbegebiet KIM angesiedelt ist. Rund 130 Mitarbeiter, vor allem Ingenieure, beschäftigt Messring dort. In den Büros und Entwicklungslabors geht es eng zu. Denn das Unternehmen ist gewachsen, die Räumlichkeiten sind aber noch dieselben wie vor fast 20 Jahren. Im Erdgeschoss einer Halle des Firmensitzes am Robert-Stirling-Ring hat Messring auch eine eigene Teststrecke für Crashtest-Anlagen.

Raumnot schon länger ein Problem

Aufgrund der Raumnot hatte Geschäftsführer Dierk Arp in der Vergangenheit schon angekündigt, dass man sich in der Nachbarschaft eventuell nach einem neuen Standort umsehen müsse. Und man ist fündig geworden: auf dem Gelände des „Air Tech Campus Oberpfaffenhofen“. Das Areal haben die Triwo AG aus Trier und die Berliner Beos AG im Jahr 2016 für 80 Millionen Euro erworben und vermarkten es seither. Zu diesen Flächen gehört auch der Sonderflughafen Oberpfaffenhofen, aber nicht nur. Auf dem Flughafengelände ist nur flugaffines Gewerbe zulässig. Die Firma Messring wird daher außerhalb des Flughafenareals nahe der RUAG zirka 7200 Quadratmeter Büro- und Hallenflächen anmieten. BEOS und TRIWO bauen für das Unternehmen das Gebäude. Der Umzug ist für das dritte Quartal 2020 geplant.

Lesen Sie auch, warum der Wegzug des Unternehmens und der Wegfall der Gewerbesteuereinnahmen besonders schmerzt.

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