Ehemaliges Pioniergelände

Plädoyer für erhöhten Naturschutz

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Es war ein leidenschaftliches Plädoyer für den Naturschutz und den Erhalt der wertvollen Biotope im ehemaligen Pionierübungsgelände. Dietlind Freyer-Zacherl (FBK) appellierte am Dienstagabend eindringlich an die Kraillinger Gemeinderäte, die landesweit bedeutsamen Flächen im Kreuzlinger Forst unter erhöhten Schutz zu stellen.

Krailling– „Wir müssen auch in dieser Hinsicht ein Testament für unsere Nachkommen machen“, sagte Freyer-Zacherl. Ihre Ratskollegen signalisierten überwiegend Zustimmung, erst soll sich aber ein Arbeitskreis des Themas annehmen.

Freyer-Zacherl erinnerte an die Gründung des Gewerbegebietes KIM. Damals habe man zugesagt, die restlichen Flächen unter Naturschutz zu stellen. „Die Naturschutzverbände haben nur deshalb stillgehalten“, erklärte die Gemeinderätin. Doch bis heute sei trotz weiterer Vorstöße in dieser Sache nichts passiert.

In dem etwa 50 Hektar großen ehemaligen Pioniergelände, das bis 1993 militärisch genutzt wurde, hat sich seltene Flora und Fauna erhalten wie etwa der Fransen- und Kreuzenzian oder die blauflügelige Ödlandschrecke. Seit 2007 sind 22 Hektar in Gemeindebesitz, gut zehn Prozent dienen als ökologische Ausgleichsfläche für die KIM.

Die Gemeinde sei stolz auf dieses Gebiet und pflege es auch, sagte Freyer-Zacherl. Doch es genüge nicht, dass das Areal unter Landschaftsschutz stehe. Dies sei nur eine kleine Hürde, wie die geplante Erweiterung des Altenheims Maria Eich zeige. Gemeinsam mit SPD und Grünen beantragte die FBK deshalb, die Biotopflächen als geschützten Landschaftsbestandteil auszuweisen. Dies müsste beim Landratsamt Starnberg beantragt werden.

Eleonore Zwißler lehnte dies ab. Man müsse auch nachkommenden Generationen Freiräume lassen und sollte nicht alles festzurren, so die CSU-Gemeinderätin. Ihr Fraktionssprecher zeigte mehr Entgegenkommen. Er befürworte eine Vernetzung der Biotope, sagte Hans Wechner. „Sie unter besonderen Schutz zu stellen, da bin ich dabei.“

Auf Vorschlag von Richard Siebler (CSU-Fraktion) kam der Gemeinderat überein – ähnlich wie seinerzeit bei der Erstellung des Pflege- und Entwicklungsplans für das ehemalige Pionierübungsgelände – zunächst einen Arbeitskreis einzusetzen. Ihm werden Freyer-Zacherl, Wechner, Siebler sowie Erika Harder (SPD) und Adrienne Akontz (Grüne) angehören. Außerdem will man die Umweltbeauftragte der Gemeinde, Susanne Brittinger, sowie Peter Drefahl von der Unteren Naturschutzbehörde und Petra Gansneder, Landschaftspflegeberaterin des Landratsamts, hinzuziehen. „Wir sollten das Treffen nur nicht zu lange hinausziehen“, meinte Akontz. Ein erster Termin soll innerhalb der nächsten zwei Monate anberaumt werden.

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