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So könnte Kraillings Ortsmitte einmal aussehen: Blick auf die Metzgerei Schreiber in der südlichen Margaretenstraße . Diese soll zu einem verkehrsberuhigten, barrierefreien Geschäftsbereich werden.

Kraillinger Gemeinderat billigt Entwurfsplanung

Wichtiger Schritt zur neuen Ortsmitte

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Krailling bekommt eine neue Ortsmitte mit einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich. Der Gemeinderat segnete am Donnerstag die Entwurfsplanung ab. Die Kosten für die Neugestaltung sind auf rund 5,2 Millionen Euro veranschlagt.

Krailling– Timo Herrmann war sichtlich erleichtert. „Ich freue mich, dass wir jetzt endlich ins Bauen kommen“, sagte der Geschäftsführer der bbz Landschaftsarchitekten Berlin GmbH. Sein Büro hatte den Ideenwettbewerb für die Neugestaltung der Kraillinger Margaretenstraße gewonnen – vor mehr als drei Jahren. Am Donnerstag billigte der Gemeinderat gegen die Stimmen der FBK den Entwurf des Masterplans. Damit können die Berliner Architekten jetzt die Ausführungsplanung für den ersten Bauabschnitt, den südlichen Bereich der Margaretenstraße zwischen Paulhanplatz und Luitpoldstraße, in Angriff nehmen. Er soll in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umgewandelt und mit Naturstein barrierefrei gepflastert werden. Der Baubeginn ist für 2018 geplant.

Die Wahl von Granit statt Betonstein hat ihren Preis. Herrmann veranschlagt die Kosten für die Neugestaltung der Margaretenstraße bis zur Kirche auf circa 5,2 Millionen Euro: 2,8 Mio. für den südlichen sowie 2,4 Mio. für den nördlichen Bereich, dessen Straßenabschnitt allerdings asphaltiert bleiben soll; Planungskosten sind nicht inbegriffen. Bei einer herkömmlichen Sanierung und dem Verzicht auf Naturstein würden die Kosten um etwa 1,7 Mio. Euro niedriger liegen, so Herrmann. Für die Verwendung von Granit hatte sich der Bauausschuss bereits im Juni ausgesprochen. „Es ist eine teure Lösung. Es soll aber auch eine schöne werden“, sagte Eleonore Zwißler (CSU).

Umstritten war, ob man den Wochenmarkt vom Parkplatz der Kraillinger Brauerei auf den Paulhan-Platz verlegen soll. Der Umzug sei für die Marktbetreiber keine Verbesserung, es sei dort beengter, sagte Rudolf Heidrich (FBK). Sebastian Sefzig (FDP) meinte, man müsse einen Marktbereich zumindest erst einmal anbieten, die Nutzung lasse sich immer noch festlegen. Die Fläche sei auch als Aufenthaltszone für die 60 bis 70 Schüler wichtig, die morgens auf den Bus warteten, hieß es in der Sitzung. Die Haltestelle vor dem Ärztehaus der Margaretenstraße will man im Zuge der Neugestaltung an das Eck Luitpoldstraße 47 verlegen. Außerdem soll geprüft werden, ob man öffentliches WLAN anbieten kann. Entgegen den Wünschen der Planer sprach sich der Gemeinderat dafür aus, die kleine Mauer bei der Marienapotheke zu erhalten. Gerade der abgeschirmte Bereich am Josef-Bader-Brunnen sei bei Kraillingern äußerst beliebt.

Obwohl man den 2. Bauabschnitt erst später verwirklichen will, legte der Gemeinderat bereits die Gestaltung des Vorplatzes der Margaretenkirche fest. Dieser soll nicht gepflastert werden, sondern eine Sandstreudecke erhalten. Eine möglichst einfache Lösung sei auch im Sinne der Kirche, sagte Hans Wechner (CSU). Durch eine neu gepflanzte Winterlinde mit einer Rundbank soll der Platz an Aufenthaltsqualität gewinnen.

Heidrich kritisierte, dass bis dato zwar die Anlieger, aber nicht die Bevölkerung ausreichend an dem Projekt beteiligt wurde. Die Gemeinde hatte von April bis Juli dieses Jahres laut Bauamtsleiter Helmut Mayer einen Gesprächs-Marathon absolviert und rund 50 Anlieger in Zusammenarbeit mit einer Beratungsfirma kontaktiert, um sich mit ihnen abzustimmen. Im Zuge der Neugestaltung werden auch zahlreiche private Flächen überplant. Sefzig riet dringend davon ab, diese aus dem Sanierungskonzept herauszunehmen und dadurch knappe 900 000 Euro zu sparen: „Ohne Privatflächen brauchen wir es gar nicht zu machen.“

Eine bessere Beteiligung der Bürger forderte auch Erika Harder (SPD). Auf Antrag ihres Parteikollegen Stephan Bock kam der Gemeinderat überein, bald einen Informationsabend für die Bevölkerung durchzuführen, um den aktuellen Stand der Planungen zu erläutern.

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