Regionalplan

Krailling sieht seine Planungshoheit in Gefahr

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Krailling – Die Gemeinde Krailling sieht ihre Planungshoheit gefährdet. Ursache ist die Fortschreibung des Regionalplans der Region München.

In einem Entwurf vom Dezember ist vorgesehen, den Regionalen Grünzug von Krailling über das Gewerbegebiet KIM hinaus bis nach Frohnloh und Pentenried zu verlängern. Der Kreuzlinger Forst gilt als erhaltens- und schützenswerter Grünzug, da er zum Frischluft-Einzugsbereich im Südwesten der Landeshauptstadt München gehört.

Bürgermeisterin Christine Borst appellierte im Bauausschuss eindringlich an die Gemeinderäte, sich im Rahmen des Beteiligungsverfahren dagegen zu stellen. Sollte der regionale Grünzug so festgeschrieben werden, bekomme die Gemeinde massive Probleme, auch nur kleine Erweiterungen vorzunehmen. „Es muss doch mal eine Ortsabrundung möglich sein“, sagte die Bürgermeisterin. Sie sorgt sich insbesondere um die Enwicklungsmöglichkeiten des Gewerbegebiets, der Kraillinger Innovationsmeile (KIM).

Ihr CSU-Parteikollege Hans Wechner erklärte im Hinblick auf das Gewerbegebiet, der Regionalplan müsse den Fakten folgen. „Die Dinge gehören so berichtigt, wie sie rechtskräftig bestehen.“ Sollte der Grünzug wie im Entwurf festgesetzt werden, sei beispielsweise für die auf dem KIM-Sportplatz geplante Erweiterung der Lasertech-Firma EOS ein bioklimatisches Gutachten erforderlich, sagte Borst.

Werner Engl (Grüne) verteidigte den Entwurf, die Gemeinde habe auch eine Verantwortung München gegenüber. Zuerst habe es die Frischluftschneise und den Bannwald gegeben, so Engl, danach sei das Gewerbegebiet eingerichtet worden. Man könne nicht „egomanisch übergeordnete Planungsziele aushebeln“, um Gewerbesteuereinnahmen zu generieren. Firmen könnten sich ebenso in Oberpfaffenhofen ansiedeln. Die Gemeinde solle sich nicht mit Gewalt gegen eine übergeordnete Planung stellen, meinte auch Rudolf Heidrich (FBK)

Sebastian Sefzig (FDP) kritisierte das Verhalten der Landeshauptstadt. Einerseits postuliere man Frischluftschneisen im Kreuzlinger Forst, andererseits treibe man selbst die Bebauung wie im Fall Freihams bis an die Grenzen der Stadt und wandle Ackerland in neue Wohngebiete um.

Mit 5:4 Stimmen sprach sich der Bauausschuss dafür aus, das Gewerbegebiet aus dem Regionalen Grünzug herauszunehmen – plus einer Pufferzone. Der Gemeinderat muss in einer seiner nächsten Sitzungen nun entscheiden, ob er der Empfehlung folgt und eine entsprechende Stellungnahme zum Regionalplan abgibt.

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