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Baustelle Margaretenstraße: Die 22 Einheiten für Betreutes Wohnungen will der Verband ab August vermieten.  

Zoll nimmt sämtliche Mitarbeiter der Verputzfirma mit

Schwarzarbeit lässt die Kosten steigen

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Die Kosten für das Betreute Wohnen an der Margaretenstraße in Krailling steigen – unter anderem wegen Schwarzarbeit, aber auch wegen der konjunkturbedingten Kostensteigerung bei Holzfenstern, Fliesen- und Malerarbeiten.

Krailling– Statt 6,6 Millionen Euro rechnet der Verband nun mit 6,7 Millionen für 22 Wohneinheiten. „Wir hoffen, ab 1. August vermieten zu können“, sagt Technischer Leiter, Wolfgang Robl.

Baustellen-Kontrollen durch den Zoll kennt Robl. Aber so etwas wie im Dezember in Krailling hat er noch nicht erlebt. „Am Donnerstag kam vom Bauleiter der Anruf, dass der Zoll da war und alle zwölf Mitarbeiter der Verputzfirma mitgenommen hat“, berichtete er im Verbandsausschuss am Montag. „Am Freitag hatte sich die Firma noch nicht bei uns gemeldet, dann haben wir gekündigt.“ Den Verband habe dann eine Rechnung über 30 000 Euro erreicht. „Die Firma hat sicherlich mehr an Material und Leistung gestellt. Wir mussten eine neue Firma suchen, und der Bauablauf war umgeschmissen.“

Dabei sei es schon nicht leicht gewesen, einen Auftragnehmer für die Verputzarbeiten zu finden, sagte Robl. Die fragliche Firma habe im Vorfeld ein Angebot abgegeben, das zumindest halbwegs dem kalkulierten Preis entsprochen habe. „Sie war dann mit zwei Monaten Verspätung auf der Baustelle, und die Qualität war unter aller Kanone“, sagte Robl.

Nach dem Vorfall mit dem Zoll sei das ganze Zeitgefüge durcheinandergeraten. Das Gerüst habe abgebaut werden müssen, obwohl noch nicht verputzt gewesen sei, damit die Arbeiten an den Außenanlagen starten konnten. In der Zwischenzeit habe der Verband eine Ersatzfirma aufgetan. Das habe zu einer zweimonatigen Verzögerung geführt. „So etwas kann man leider nicht vorhersehen“, sagte der Ingenieur entschuldigend. „Dass der Zoll die Mannschaft überprüft, ist normal. Aber dass er alle mitnimmt.“

Kraillings 2. Bürgermeisterin Karin Wolf wollte wissen: „Hat man als Bauherr Einfluss auf illegale Arbeiter?“ Jein, antwortete Robl. „Der Bauleiter kontrolliert stichprobenartig.“ Doch es gebe eine Firma aus dem Bayerischen Wald, „die kaufen sich die Leute von irgendwoher, die bleiben eine Woche, und in der folgenden Woche kommen andere“.

Die weiteren Kostensteigerungen haben zum Teil mit der ausgefallenen Verputzfirma zu tun – die Malerarbeiten im Innenbereich etwa. 30 000 Euro sind die Folgekosten für die Kündigung der Putzarbeiten.  

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