Jugendgericht

Zwei junge Männer auf Diebestour

Zwei junge Männer machten gemeinsam lange Finger und standen deshalb jetzt vor dem Starnberger Jugendgericht. Während ein Asylbewerber (21) aus Germering sich wegen Diebstahls und versuchten Diebstahls verantworten musste, waren die Vorwürfe gegen seinen Kraillinger Kumpel schwerwiegender.

Krailling – Der Staatsanwalt legte dem 19-jährigen Asylsuchenden neben Diebstahl und versuchtem Diebstahl auch Hausfriedensbruch, Körperverletzung, Beleidigung sowie Leistungserschleichung zur Last.

Im März 2018 versuchten sich die beiden Freunde als Diebe. In einem Münchner Kaufhaus ließen sie in der Herrenabteilung eine Jacke samt Socken und T-Shirt für rund 300 Euro mitgehen. Erwischt wurde das Duo dann in der Sportabteilung – beim erfolglosen Versuch, die Sicherheitsvorkehrung von Sportschuhen abzutrennen. Für den 21-Jährigen ging die Sache glimpflich aus. Richter Ralf Jehle stellte das Verfahren gegen diesen Angeklagten mit der Auflage von 24 Sozialstunden ein.

Der mitangeklagte Kraillinger kam nicht so glimpflich davon. Er hatte bereits im September 2017 gestohlen. Damals ließ er in den Pasing-Arcaden zwei T-Shirts im Wert von rund 120 Euro mitgehen. Angeklagt war auch sein Ausraster von November 2011 in der Asylbewerberunterkunft Landsberied. Der zarte und kleine 19-Jährige schob einen Metallspind kräftig gegen einen Mitarbeiter, der den Schrank allerdings abfangen konnte. Vor dem Richter erklärte der Angeklagte: „Ich war ein bisschen wütend. Ich wollte den Spind nicht auf den Mitarbeiter werfen.“

Das war nicht das Ende der Liste von Fehltritten: Im Februar 2018 übernachtete der 19-Jährige trotz Hausverbots bei einem Freund in der Germeringer Asylunterkunft (Hausfriedensbruch). Im Februar sowie im April 2018 wurde er beim Schwarzfahren erwischt. Im Februar 2018 soll er die Kontrolleure zunächst beleidigt und dann versucht haben, dem Kontrollpersonal seine Aufenthaltskarte zu entreißen. Im Zuge seiner Fixierung versetzte der schmale Angeklagte einem Kontrolleur einen Schlag gegen die Rippen. In seiner Wut warf der 19-Jährige schließlich eine Bierflasche hinter sich, die in der Nähe eines Kontrolleurs einschlug. Im Gerichtssaal erklärte der junge Mann: „Ich war ganz besoffen – ich habe die Bierflasche geworfen, aber ich wollte niemanden verletzten.“

Die versuchte gefährliche Körperverletzung ließ das Gericht deshalb fallen. Dennoch griff Richter Ralf Jehle in seinem Urteil zu einer spürbaren Sozialstundenanzahl (160) und ordnete die psychiatrische Beratung für den familiär schwer traumatisierten Angeklagten an. Als abgelehnter Asylbewerber lebe der junge Asylsuchende unter ständiger Anspannung und leide unter Depressionen. Sein Verteidiger ließ wissen: „Mein Mandant ist schwer krank, seine Straftaten resultieren zum großen Teil daraus.“

Einbezogen ist ein Urteil des Amtsgerichtes Memmingen wegen Körperverletzung aus Mai 2017. Die damals verhängten 80 Sozialstunden trat der Angeklagte nicht an und muss sie deshalb gerade absitzen.

Nilda Höhlein

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