Krailling: Rettungskräfte kämpften um die Schwestern

München - Im Prozess um den Mord von Krailling haben am Mittwoch Rettungskräfte ausgesagt. Sie schilderten, wie sie nach der Bluttat an der kleinen Chiara und ihrer Schwester Sharon vergeblich um das Leben der Mädchen kämpften.

Im Prozess um die Morde an den beiden Schwestern Sharon und Chiara aus Krailling haben Sanitäter das Grauen am Tatort und ihre verzweifelten Rettungsbemühungen geschildert. “In den ersten Sekunden habe ich schon gemerkt, wie Luft aus Stichverletzungen entweicht“, erklärte am Mittwoch ein Rettungsassistent vor dem Münchner Landgericht. Er hatte im Obergeschoss des Hauses eines der Mädchen beatmet, das in einer “großen Blutlache“ lag.

Bilder: Mordprozess von Krailling

Mehrere Minuten habe er noch um das Leben des Kindes gekämpft. Schließlich habe er die Reanimation abbrechen müssen, “weil sie leider keinen Erfolg brachte“. “Zu keiner Zeit habe ich irgendein Lebenszeichen gesehen“, sagte der Sanitäter. Seiner Kollegin zufolge starb die Schwester schon vorher. “Bei ihr war bereits eine Kiefersperre vorhanden, sodass das Beatmen schwer ging. Die Arme waren steif und kalt“, sagte die Frau.

Dem angeklagten Onkel der Mädchen wird vorgeworfen, die achtjährige Chiara und die elfjährige Sharon am 24. März 2011 aus Habgier brutal ermordet zu haben. Die Mutter hatte ihre Kinder grausam zugerichtet aufgefunden, als sie in den Morgenstunden aus der Kneipe ihres Lebensgefährten nach Hause zurückkehrte.

Thomas S. soll sich beim Hausbau überschuldet haben. Laut Anklage wollte er auch die Mutter der Mädchen, seine Schwägerin, töten, um an ihr Erbe zu gelangen. Zum Prozessauftakt am Dienstag hatte der 51-jährige frühere Postzusteller geschwiegen. Der Verteidiger ließ aber offen, ob sein Mandant später eine Erklärung abgeben wird.

Für den Prozess sind 63 Zeugen geladen, darunter die Mutter der Kinder. Sie tritt in dem Verfahren als Nebenklägerin auf. Ihre Zeugenaussage ist für den 30. Januar vorgesehen.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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