Das Kraillinger Rathaus: Mehr Platz, mehr Licht, mehr Service

Krailling - Hereinspaziert: Am „Tag des offenen Abends“ durften Kraillinger Bürger im runderneuerten Rathaus in jeden Winkel schauen.

Wer den Raum O.15 im Kraillinger Rathaus betreten will, braucht einen Termin und muss den Umweg über das Vorzimmer nehmen. Nicht so am Mittwoch. Hunderte Kraillinger traten unangemeldet in das Zimmer ihrer Bürgermeisterin, blickten neugierig in jedes Eck, inspizierten die kleinen, gerahmten Familienfotos auf dem Schreibtisch und ließen sich dabei auch nicht stören. Die Tür zum Amtssitz von Christine Borst stand schließlich offen - wie an diesem Tag alle Türen des Rathauses.

Mit einem Festakt, zu dem nicht nur Vertreter aus Politik, Verbänden, Wirtschaft und Kirche geladen waren, sondern im Rahmen eines „Abends der offenen Tür“ alle Kraillinger, hat die Gemeinde am Mittwoch den Abschluss der Rathaus-Modernisierung gefeiert. In 77 ½ Wochen, von Mai 2010 bis Dezember 2011, ist das Gebäude aus dem Jahr 1965 in vier Bauabschnitten energetisch saniert, behindertengerecht umgebaut und mit einem Servicezentrum bürgerfreundlicher gestaltet worden (wir berichteten). „Wir haben jetzt ein modernes, funktionsgerechtes und lichtdurchflutetes Verwaltungsgebäude“, konstatierte Bürgermeisterin Borst in ihrer Festrede. Besonderer Dank galt von ihrer Seite den Rathausmitarbeitern. Diese hätten es mit Humor getragen, dass ihr Arbeitsplatz über Wochen und Monate in eine Baustelle verwandelt wurde. Während der gesamten Bauphase war trotz ständiger Umzüge einzelner Ämter der Betrieb im Rathaus aufrechterhalten worden.

Die Modernisierung des Rathauses war 2009 durch Fördergelder aus dem Konjunkturpaket II angestoßen worden. Zu den Gesamtkosten in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro steuerte die Regierung von Oberbayern 583 000 Euro für energetische Maßnahmen bei. Diese zeigen Wirkung: Der Endenergieverbrauch für das Gebäude sinkt laut Architekt Jürgen Gollwitzer von 260,8 auf 153,9 Kilowattstunden im Jahr. Der CO2-Einspareffekt, der sich aus der Differenz der Emissionen eines Gebäudes vor und nach der Modernisierung errechnet, reduziert sich gleichzeitig von 41,5 auf 18,6 kg/m2 Gebäudenutzfläche. Übertragen auf den Kfz-Verkehr entspreche dies einer CO2-Einsparung von 221 000 gefahrenen Kilometern jährlich, so Gollwitzer. Der beheizten Freitreppe, die über Jahrzehnte das Erscheinungsbild des Rathauses prägte, müsse jedenfalls niemand nachtrauern. „Das war energetisch jenseits von Gut und Böse.“

In diesem Frühjahr wird die Gemeinde noch die Außenanlagen mit einem rund 230 m2 großen Rathaus-Vorplatz erstellen. Für 1,6 Millionen Euro habe die Gemeinde dann ein quasi neues Rathaus, sagte Borst. „Dort können wir für unsere Bürger künftig mehr tun. Schon allein deshalb hat sich die Sanierung gelohnt.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erhebende Premiere in Maria Eich
Zum ersten Mal hat es jetzt bei der Wallfahrtskapelle Maria Eich eine Diakon-Weihe gegeben. Diese finden ansonsten im Münchner Liebfrauendom statt. Die Besucher erlebten …
Erhebende Premiere in Maria Eich
Tanklager Krailling: Anonymes Schreiben sorgt für Irritation
2,8 Kilometer Schienen werden erneuert, 2000 Holzschwellen ersetzt: Die Arbeiten am Bahngleis, das das Kraillinger Tanklager mit Freiham verbindet, sind in vollem Gange. …
Tanklager Krailling: Anonymes Schreiben sorgt für Irritation
Kleinere Überflutungen, vollgelaufene Keller
Der Dauer- und stellenweise Starkregen seit Sonntagabend hat zwar zu kleineren Überflutungen und vollgelaufenen Kellern geführt, viel passiert ist zum Glück aber nicht.
Kleinere Überflutungen, vollgelaufene Keller
Hundehalter fordern Zaun an der A 96
Hundebesitzer haben eine Petition gestartet. Sie fordern einen Zaun zwischen dem Gräfelfinger Paul-Diehl-Park und der Autobahn. Die zuständigen Stellen finden das …
Hundehalter fordern Zaun an der A 96

Kommentare