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Das Kraillinger Feuerwehrhaus kostete die Gemeinde 3 Millionen Euro. Zum Jahresende ist es abbezahlt.

Steuereinnahmen auf Rekordniveau

Krailling bald wieder schuldenfrei

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Die Steuereinnahmen der Gemeinde Krailling sprudeln in diesem Jahr so kräftig wie noch nie. Kämmerer Gerhard Friedrich erwartet ein Rekordresultat.  

Die Sechs-Millionen-Marke wird erstmals geknackt. Und das voraussichtlich deutlich. Der Kraillinger Kämmerer Gerhard Friedrich rechnet in diesem Jahr mit Einnahmen aus der Gewerbesteuer von rund 6,8 Millionen Euro. Womit man nicht nur deutlich über dem Haushaltsansatz von 5,25 Millionen, sondern auch über der bisherigen Höchstmarke von 5,7 Millionen aus dem Jahr 2011 liegen wird. Wirtschaftsmotor sind weiter die Unternehmen aus der Kraillinger Innovationsmeile, die volle Auftragsbücher haben und mehr als 4,5 Millionen Euro zu dem Ergebnis beitragen.

Bei der Lohn- und Einkommensteuer liegt die Gemeinde im Soll. Der Haushaltsansatz von 6,3 Millionen Euro dürfte nach Aussage Friedrichs geringfügig überschritten werden. Auch bei der Umsatzsteuerbeteiligung gibt es ein kleines Plus: Mit rund 330 000 Euro liegt man hier etwa zehn Prozent über dem Ansatz.

Fast verdoppelt haben sich in diesem Jahr die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer. Bislang flossen 288 000 Euro in die Gemeindekasse. „Aber da kommt noch was rein“, prognostiziert Friedrich. Die hohen Einkünfte resultierten nicht nur aus der gestiegenen Zahl von Grundstücksverkäufen, sie seien auch der Tatsache geschuldet, dass die Preise für Immobilien in der Vergangenheit noch einmal angezogen haben, so der Kämmerer.

Der prall gefüllte Gemeindesäckel ermöglicht es der Gemeinde, Schulden abzubauen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat in jüngster Sitzung einen Nachtragshaushalt, um die restlichen Verbindlichkeiten aus dem Geschäftsbesorgungsvertrag für das Feuerwehrhaus zurückzuzahlen; diese belaufen sich noch auf 1,55 Millionen Euro. Der Vertrag war 2012 abgeschlossen worden, um den damals mit Kosten von 3,3 Millionen veranschlagten Bau des Gerätehauses außerhalb des Haushalts und entsprechend dem Baufortschritt zu finanzieren; 2014 hatte man den Vertrag nochmals um zwei Jahre verlängert. Unterm Strich kam der Neubau an der Pentenrieder Straße mit 3 Millionen sogar zehn Prozent günstiger als erwartet.

Sobald der Nachtragshaushalt Ende November rechtsverbindlich wird, soll die Rückzahlung erfolgen. „Wir sind dann schuldenfrei und wieder in einer komfortablen Lage“, sagt Friedrich. Vonseiten des Landratsamts Starnberg dürfte damit in nächster Zeit kein Druck mehr ausgeübt werden, die Bürger über eine Beitragssatzung an den Kosten für den Straßenausbau zu beteiligen. Außer man macht neue Schulden. Den Haushaltsentwurf für 2017 haben Kraillings Gemeinderäte seit dieser Woche in Händen

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