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Bus fährt über den Innenkreis: Das machen mit überhöhtem Tempo auch kleinere Fahrzeuge – und gefährden damit unter anderem Radfahrer und Fußgänger.

Verstöße gegen Richtlinien

Kreisel Lochham: Teurer Umbau empfohlen

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Untersuchung bescheinigt dem Kreisverkehr in der Rottenbucher Straße Schwächen. Die Korrektur könnte 200.000 Euro kosten.

Dass der Kreisverkehr an der Kreuzung Lochhamer-/ Rottenbucher Straße kein Glanzlicht Gräfelfinger Verkehrspolitik darstellt, ist seit seinem Bau vor anderthalb Jahren bekannt. Nun benannte ein ausgewiesener Experte die Schwachpunkte und machte Vorschläge zur Mängelbehebung. Die Korrekturen werden eine sechsstellige Summe kosten.

„Das ist schon ein besonderer Einzelfall, den Sie hier gebaut haben“: Prof. Jürgen Gerlach, Verkehrsplaner und Unfallforscher von der Bergischen Universität Wuppertal, goss den Mitgliedern des Bauausschusses am Donnerstag reinen Wein ein. Ein Kreisverkehr mache zwar auch an dieser Stelle Sinn und funktioniere schon heute besser als die Ampelkreuzung davor. Die sechs Unfälle, die sich seit der Eingewöhnungsphase ereignet hätten (zwei davon mit Fahrrad-Beteiligung) würden keine Häufung darstellen, die ein Eingreifen erforderlich mache. Trotzdem empfehle er der Gemeinde zu handeln.

Vor allem in drei Hauptbereichen weicht der Kreisverkehr von den Richtlinien ab: bei der Kreisgeometrie, der Radverkehrsführung und fehlenden Fahrbahnteilern. So ist die zentrale Verkehrsinsel zu klein und der innere Kreis zu komfortabel befahrbar. Dies bringt eine zu geringe Ablenkung der Autos von der Hauptachse und somit zu hohe Durchfahrtsgeschwindigkeiten mit sich.

Die Radverkehrsführung ist unkonsequent und bedingt unvorhersehbares Verhalten der Radfahrer (Prof. Gerlach: „Kraut und Rüben“). Regelkonform wäre ein außen ringsum verlaufender Radweg oder eine Führung der Radfahrer auf der Fahrbahn vor und im Kreis – jedoch keine halbherzige Mischung von beiden.

Und schließlich fehlen Fahrbahnteiler in den Zufahrten zum Kreisverkehr völlig. Diese würden den Verkehr abbremsen und Fußgängern die Querung erleichtern.

Weil die mit rund 500 000 Euro teuerste Lösung, den Kreisverkehr komplett neu zu bauen, aus Gründen der Verhältnismäßigkeit ausscheide, empfahl Prof. Gerlach der Gemeinde eine Kompromisslösung in drei denkbaren Ausbaustufen. Zunächst solle der Radverkehr aus Kostengründen auf einem gemeinsamen, benutzungspflichtigen Fuß- und Radweg außen geführt werden, samt markierter Radfurten neben den Zebrastreifen. Damit hätten querende Radfahrer, wie auch die Fußgänger, Vorrang vor dem motorisierten Verkehr.

Sodann solle die zentrale Verkehrsinsel vergrößert und die Fahrbahn im Kreis bedeutend verschmälert werden. Der innere Kreis sollte mit grober Pflasterung, einer drei Zentimeter hohen Kante und einer weißen, durchgezogenen Linie unattraktiv und nicht legal zu überfahren sein. Diese beiden Maßnahmen würden laut Bauamtschefin Elisabeth Breiter 150 000 bis 200 000 Euro kosten. Den Einbau von Fahrbahnteilern stellte der Experte dahin, weil dafür erheblicher zusätzlicher Flächenbedarf und Grunderwerb nötig wären.

Die Gemeinderäte waren sich einig, dass sie nicht auf eine Unfallhäufung und Haftungsklagen warten wollten, sondern die Verbesserungen bald angehen wollten. Katharina Weber (Grüne) regte an, „die Haftpflicht des Planungsbüros wegen nicht regelkonformen Baus“ zu prüfen. Bürgermeisterin Uta Wüst warnte davor, diesen Pfad zu beschreiten. Wüst: „Es waren schon mehrere Köche, die in diesem Brei gerührt haben.“ Darunter auch einige, die im Gräfelfinger Rathaus sitzen.

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