Der neue Vorstand des Kulturfördervereins: (v.l.) Gisela Paetsch (Kunst), Walther Hohenester (Literatur), Claudia Lutterkord (Schriftführerin), Peter Lutterkord (1.Vorsitzender), Hannelore Kolbeck (Schatzmeisterin) und Walter Erpf (Musik). foto: J. sauer

Kulturförderverein: "Wir möchten uns die Musik nicht nehmen lassen"

Planegg - Die Würfel sind gefallen: Neuer erster Vorsitzender im Kulturförderverein Würmtal ist Peter Lutterkord. Er tritt die Nachfolge von Vereinsgründer Walther Hohenester an.

Trotz konstruktiver Diskussion war die Anspannung mit Händen greifbar. Roderich Peters Austritt aus dem Vorstand, wenn auch nicht aus dem Verein, und seine Vereinsneugründung sorgten für Verwerfungen. Der bereits 1985 von Peter unter dem Namen Münchner Madrigalgesellschaft gegründete Verein firmiert jetzt als Musik im Würmtal. Durch diese Reanimation seien die Unstimmigkeiten im Vorstand des Kulturfördervereins erst entstanden, sagte Hohenester in seinem Rückblick. Am meisten störe ihn, dass es jetzt mit Sicherheit zur Konkurrenzsituation hinsichtlich der kommunalen Finanzspritze komme. „Wir möchten uns die Musik aber nicht nehmen lassen“, verteidigte er den Anspruch des Vereins.

Peter, der bisher die Sparte Musik bedient hatte, begründet die Vereinsgründung aus seiner persönlichen Perspektive. „In dem mir vom Kulturförderverein aktuell vorgegebenen finanziellen Rahmen kann ich mich nicht mehr bewegen“, klagt er. Habe er bislang die Hälfte vom kommunalen Zuschuss bekommen, so sei ihm ab März das Budget auf ein Drittel gekürzt worden. Dabei habe er im Jahr 2001, bei seinem Eintritt in den Kulturförderverein, einen beträchtlichen Gemeindezuschuss in den Vereinstopf miteingebracht. Das Geld sei ihm schon zuvor für seine damals eigenständige Musikreihe zugestanden worden.

Vorstandsmitglied Claudia Lutterkord gibt unumwunden zu, dass man die Konzertreihe zurückfahren wolle. Sie macht kein Hehl daraus, dass man mit den Besucherzahlen nicht immer zufrieden war. „Im Würmtal gibt es speziell auf dem Klassik-Sektor inzwischen eine irrsinnige Konkurrenz“, sagt sie. „Wir wollen das Musikangebot auf ein hochwertiges Minimum reduzieren.“ Peter hingegen kann ihre Einstellung zur Wettbewerbssituation so nicht teilen. Eine Reihe wie Musik im Rathaus müsse sich erst etablieren, meint er. „Im Rathaus hatten wir inzwischen einen stabilen Zuhörerstamm zwischen 60 und 90 Personen.“

Mit seinem eigenen musikalischen Angebot will der Violinprofi eine Nische bedienen. Pikanterweise plant Peter, parallel zu den Konzerten des Kulturfördervereins, den Start seiner neuen Musikreihe bereits für diesen Sommer. Auf lange Sicht stellt er sich neben der Reihe Junge Pianisten ein Programm mit Schwerpunkt alter Musik vor. Im Kulturförderverein fiel die Wahl zum Nachfolger auf Walter Erpf. Dass der Besuch rein klassischer Veranstaltungen im Würmtal aber Probleme aufwerfen kann, ist ihm bewusst: „Meine Vorstellung ist eine Vernetzung mit anderen künstlerischen Gebieten wie Pantomime oder literarische Lesungen“, stellt er in Aussicht.

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