Viel Arbeit: Der Gautinger Landwirt Bernhard Högner erntet das Getreide auf seinen Feldern zwischen Unterbrunn und Oberpfaffenhofen. foto: sauer

Landwirte rechnen mit Qualitätseinbußen

Würmtal - Erntezeit im Würmtal: Hauptsaison für die Landwirte. Der Ertrag geht heuer in Ordnung, nur um die Qualität fürchtet manch einer.

Bei einigen Landwirten liegt das Getreide bereits gewogen in der Scheune, andere dreschen momentan von früh bis spät. Ernteeinbußen haben die Bauern im Würmtal in diesem Jahr nicht zu beklagen. Einige rechnen jedoch mit massiven Qualitätseinbußen, die sich im Preis niederschlagen. Die Getreidequalität hängt schließlich nicht nur vom Wetter ab, auch die Böden entscheiden über die so genannte „Verwertungslinie“ und damit über den Ertrag der Ernte.

„Was die Qualität angeht, sind wir am untersten Ende angelangt“, sagt Bernhard Högner, Landwirt aus Gauting. Die Braugerste, die er auf seinen Feldern um Unterbrunn anbaut, hat er bereits eingeholt. „Da hat die Qualität noch gestimmt, anders beim Weizen“, so Högner. Das Problem: Die Ähren leiden an „Zwiewuchs“. Dabei bilden fast reife Pflanzen neue Triebe aus. Reife und grüne Körner stehen zusammen am Halm. Das erschwert das Dreschen und mindert die Qualität. „Die Backfähigkeit ist eingeschränkt“, erläutert Högner. Weizen mit Zwiewuchs eigne sich nur noch als Futtergetreide. „Dafür bekommt man pro Doppelzentner drei bis vier Euro weniger“, sagt der Landwirt. Die Getreidequalität hänge stark von der Beschaffenheit der Ackerböden ab. Kiesböden speichern Regenwasser schlecht, Lehmböden eignen sich besser. Trotz finanzieller Einbußen beim Weizen ist Högner optimistisch - im Oktober steht die Maisernte an. „Der Mais hat die Wetterkapriolen gut überstanden, da rechne ich mit einer guten Ernte.“

Kartoffeln, die besonders unter der feuchten Witterung der vergangenen Wochen leiden, hat Högner in diesem Jahr nicht angebaut. Um die Knollen macht sich Rudolf Heidrich, der Felder rund um Frohnloh bewirtschaftet, am meisten Sorgen. Die Getreideernte hat der Landwirt gerade eingeholt. „Es ist alles noch im Rahmen“, findet Heidrich.

Zwei Tage noch, dann ist auch die Getreideernte auf den Feldern von Markus Haas abgeschlossen. „Die Ernte ist gut, bei den Qualitäten weiß ich das noch nicht“, sagt Haas. Auf seinem Hof in Gauting lagert der Landwirt die Ernte selbst ein. Die Qualität wird im Labor untersucht. Dann entscheidet sich, ob sich die Ernte als Mahlgetreide eignet, ob sie verfüttert wird oder im schlimmsten Fall in einer Biogasanlage landet. „Ich denke aber, die Qualität ist in Ordnung“, so Haas. Jetzt muss nur noch das Wetter in den nächsten Tagen mitspielen.

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