+
Bauarbeiter leiden besonders unter der Gluthitze: Auf der Baustelle für das Biomedizinische Centrum in Martinsried floss der Schweiß gestern in Strömen.

Die Leidtragenden der Hitzewelle

Würmtal - Sommergleitzeit und kalte Getränke: Damit die Hitze nicht gefährlich wird, treffen Gemeinden und Altenheime im Würmtal Vorsichtsmaßnahmen.

Die Temperaturen kratzen an der 35-Grad-Marke – der Sommer ist zurück. Während sich die Ufer der Badeseen füllen und in den Eisdielen im Würmtal Hochbetrieb herrscht, ist die Hitzewelle für manche Menschen gefährlich.

Klimaanlagen und Ventilatoren sind in den Rathäusern im Würmtal mometan im Dauerbetrieb. Für die Mitarbeiter der Bauhöfe gilt „Sommergleitzeit“. „Das heißt, die Leute fangen früher an und hören früher auf, damit sie der Hitze nicht so sehr ausgesetzt sind“, erklärt Alois Sailer, Leiter der Gemeindeverwaltung in Neuried. In Planegg treten Bauhof-Mitarbeiter um 6 Uhr morgens ihren Dienst an, regulär ist Dienstbeginn um 7 Uhr. „Außerdem stellt die Gemeinde bei solchen Temperaturen kostenlos Wasser zur Verfügung“, sagt Planeggs Betriebshofleiter Manfred Wolf. Die Gemeinden treffen Vorsichtsmaßnahmen, um ihren Mitarbeitern die körperliche Arbeit bei 30 Grad und mehr erträglich zu machen.

Richtig gefährlich können die derzeitigen Temperaturen älteren Menschen werden. Das Caritas-Altenheim in Krailling musste einen für Montag und Dienstag geplanten Ausflug nach St. Ottilien kurzerhand absagen. „Bei der Hitze ist das unmöglich“, sagt Mitarbeiterin Helga Höltl. Trostpflaster für die Bewohner: Nachmittags gibt es Eis in der Cafeteria. Der Ausflug wird nachgeholt, sobald die Temperaturen wieder sinken.

Die Hitze ist tückisch, weiß Helma Niemierza, Leiterin des Rudolf-und-Maria-Gunst-Hauses in Gräfelfing. „Die alten Menschen nehmen Hitze anders wahr“, so Niemierza. Sie liegen in der Strickjacke im Bett und drehen im Bad die Heizung auf. Weder im Rudolf-und-Maria-Gunst-Haus noch im evangelischen Altenheim in Planegg gibt es Klimaanlagen oder Ventilatoren. „Wir lüften morgens und ziehen tagsüber die Jalousien zu“, sagt Hildegard Thaler, Pflegedienstleiterin im Altenheim Planegg. Die Bettdecken werden gegen dünne Lacken ausgetauscht. „Wir halten die Leute dazu an, viel zu trinken und nur vormittags Spaziergänge zu unternehmen“, so Thaler.

Besserung ist erst Ende dieser Woche in Sicht. Am Samstag sollen die Temperaturen auf 23 Grad zurückgehen. Bis dahin heißt es schwitzen. Um die Hitze erträglich zu machen, helfen Ventilatoren und Klimageräte. Im Elektromarkt „Expert“ in Gräfelfing sind die Geräte momentan der Renner. „Wir haben vorgesorgt und genug auf Lager“, sagt Verkaufsleiter Manfred Rieder. Er weiß aus Erfahrung: „Bei solchen Temperaturen geht alles, was kalt macht, extrem gut.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wahlhelfer sehr ungleich entlohnt
Wahlhelfer sehr ungleich entlohnt
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal
Von der Kellerschule ins pädagogische Paradies
Von der Kellerschule ins pädagogische Paradies
Krailling: Jetzt ermitteln die Profiler
Krailling: Jetzt ermitteln die Profiler

Kommentare