Lesecafé steht auch den Vereinen zur Verfügung

- vhs nimmt Raum ohne Zustimmung der Gemeinde in Beschlag

VON HARTMUT BRINGS Planegg - Gemeinderäte reagieren gewöhnlich schnell verstimmt, wenn etwas über ihren Kopf hinweg entschieden wird. Richtig sauer waren jetzt die Planegger Kommunalpolitiker, als sie aus dem Semesterprogramm der Volkshochschule erfahren mussten, dass die Einrichtung der Erwachsenenbildung das neue Lesecafé schon fest eingeplant hat, obwohl die Gemeinde über die Raumvergabe noch gar nicht entschieden hatte.

Für die einzelnen Gemeinderäte war es auch nur ein schwacher Trost, dass selbst Bürgermeister Dieter Friedmann von den fest terminierten Veranstaltungen nichts wusste. Alfred Pfeiffer (SPD) nannte das Vorgehen der vhs "ohne Stil", Winfried Ferstl (CSU) sprach von einer "Beschlagnahmung" der Räume in der gemeindeeigenen Stöger-Villa. Keine Mehrheit fand ein Antrag der CSU, wonach die Kosten für das Bereitstellen des Raumes eigens ermittelt werden sollen, um das alte Thema "indirekte Bezuschussung" der Vereine zu objektivieren.

Ungeachtet der jüngsten Irritationen mit der vhs steht einer Nutzung des Lesecafés durch die Vereine aber nichts im Wege. Einstimmig sprach sich der Haupt-, Finanz- und Sozialausschuss dafür aus, ähnlich wie fürs alte Rathaus (Musikschule) eine entsprechende Benutzungsordnung auszuarbeiten. Einigkeit herrscht auch darüber, dass die Bücherei bei der Vergabe von Terminen das erste Wort haben muss. Der Durchführung des vhs-Kurses "Münchner Bühnen und Inszenierungen" jeweils mittwochabends steht aber offensichtlich ebenso nichts im Wege wie der Veranstaltung "Literatur im Gespräch" an vier Montagen in diesem Herbst. Interesse hat bereits auch der Kulturförderverein Würmtal angemeldet.

Das Lesecafé wird offiziell am Freitag, 10. Oktober, eröffnet. Der Allgemeinheit steht der Raum ab dem 14. Oktober zur Verfügung. Donnerstags sind Bücherei und Lesecafé abends bis 21 Uhr geöffnet.

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