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Die Welt der Mathematik möchte Professor Albrecht Beutelspacher (Foto li.) Laien schmackhaft machen. In seinem neuen Buch „Wie man in eine Seifenblase schlüpft“ versucht er zu zeigen, dass jeder Mathematik kann. Weitere Gäste der Literarischen Gesellschaft sind die Schriftstellerin und Fernsehmoderatorin Thea Dorn sowie der Schauspieler Gerd Anthoff (Fotos r.), der der Persönlichkeit Ludwig Ganghofers nachspürt.

Neues Halbjahresprogramm

Wunderbare Kontraste

Gräfelfing - Die Literarische Gesellschaft Gräfelfing hat sieben sehr unterschiedliche Gäste eingeladen.

Etablierung einer Tageszeitung, das bessere Leben, Kunst in der NS-Zeit, zwei gegensätzliche bayerische Autoren, Unsterblichkeit und mathematische Seifenblasen – sieben ganz unterschiedliche Themen, aber sieben Mal Literatur: Die Literarische Gesellschaft Gräfelfing stellte ihr neues Programm für das erste Halbjahr 2016 vor.

Für den Druck wurde der Bleisatz von „Mein Kampf“ eingeschmolzen: 1945 startete die Süddeutsche Zeitung mit vier Seiten Inhalt. Journalist und Historiker Knud von Harbou schaffte mithilfe der damals erschienenen Artikel eine facettenreiche Dokumentation dieser ersten zehn Jahre. „Eine wunderbare Informationsquelle der frühen Nachkriegszeit“, findet Klaus Stadler, Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft. Am 27. Januar (20 Uhr) liest von Harbou diese Geschichte im Gräfelfinger Bürgerhaus.

Als zweiten Gast hat sich die Literarische, zusammen mit der örtlichen Gemeindebücherei, einen jungen Mann eingeladen, der eine – seine – sehr persönliche Geschichte erzählen wird. Hassan Ali Djan floh 2005 minderjährig aus Afghanistan. Von den Taliban verfolgt, strandete er in München. Keine Schulbildung, keine Deutschkenntnisse, keine Perspektive. In seinem Buch „Afghanistan. München. Ich.“ schildert Hassan Ali Djan seine enorme Kraftanstrengung vom einfachen Hirten zum Gebäudeelektriker mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung. „Eine Anstrengung, die Mut macht“, so Stadler. Diese Lesung findet in der Gemeindebücherei Gräfelfing am 18. Februar statt (20 Uhr, Eintritt frei).

Zum zweiten Mal bei der Literarischen Gesellschaft ist Tanja Weber. Die Gautinger Autorin stellt ihr neuestes Buch „Die Frauen meiner Familie“ (23. Februar, 20 Uhr) vor. Weber, selbst von Haus aus Kunsthistorikerin, nimmt sich des zeitgeschichtlichen Themas „Kunst in der NS-Zeit“ an und lässt ihre Heldin eintauchen in eine Suche nach der Wahrheit über die Herkunft eines besonderen Frauenporträts.

Klaus Stadler: „Im Abstand von zwei Wochen haben wir dann durch Zufall zwei bekannte bayerische Schriftsteller im Programm.“ Eine Kombination, die, wie er sagt, ihm sehr gut gefällt: Zuerst spürt Schauspieler Gerd Anthoff der „gespaltenen Persönlichkeit“ des „Heile-Welt“-Autors Ludwig Ganghofer nach. Dann, als „wunderbaren Kontrast“ dazu, liest der Schauspieler Florian Münzer aus Oskar Maria Grafs autobiografischen Texten, angereichert durch Erläuterungen des ehemaligen Vorsitzenden der Oskar Maria Graf-Gesellschaft Ulrich Dittmann.

Auch nicht das erste Mal schaut am 7. April die Autorin und Moderatorin von Literatursendungen bei Arte und dem SWR, Thea Dorn, im Gräfelfinger Bürgerhaus vorbei. Im Gepäck ihren schriftstellerischen Neuling „Die Unglückseligen“. Thea Dorn, so Max Gschneidinger von der Literarischen, nehme den Leser mit in „die Untiefen einer romantischen Seele“ vor dem nüchternen, aber nicht minder spannenden Hintergrund der modernen Biomedizin. Sie befasse sich mit dem alten Faust-Thema der Unsterblichkeit.

Die Wissenschaft beschließt dann auch diese Veranstaltungsreihe der Literarischen Gesellschaft. Mit seinem Buch „Wie man in eine Seifenblase schlüpft. Die Welt der Mathematik“ möchte der Mathematik-Professor Albrecht Beutelspacher Laien die Höhen der Mathematik am 19. April (20 Uhr) schmackhaft machen. Beutelspacher, Direktor des Gießener Mitmach-Mathematik-Museums, doziert nicht nur frontal, sondern möchte mit interessanten Experimenten veranschaulichen, dass man Mathematik lernt, indem man sie macht, so Stadler.

Für alle Veranstaltungen gibt es Karten an der Abendkasse – mit zwei Ausnahmen: die Abende mit Gerd Anthoff und Thea Dorn. Hier gibt es einen Vorverkauf in der Bücherstube Pollner in Gräfelfing. Bei Anthoff startet dieser am 15. Februar, bei Dorn am 21. März. Weitere Informationen zu allen Lesungen und Vorträgen findet man auf der Internetseite der Literarischen Gesellschaft Gräfelfing unter www.literarische.de.

Carolin Högel

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