Mangel an Kinderbetreuungsplätzen: Sondervollmacht für Bürgermeister

Gräfelfing - Bis Ende Juni läuft die Einschreibungsfrist noch. Schon jetzt steht fest, dass in Gräfelfing mindestens 17 Hort- oder Nachmittagsbetreuungsplätze fehlen.

Nach einer Investitionswelle in neue Krippen-, Kindergarten-, Hort- und Nachmittagsbetreuungsplätze, die viele Millionen Euro verschlang, hatte die Gemeinde Gräfelfing in den letzten Jahren an dieser Front Ruhe gehabt - mit dem komfortablen Status einer hundertprozentigen Bedarfsdeckung. Dass die gesellschaftliche Entwicklung hin zur Ganztagsschule beziehungsweise Nachmittagsbetreuung der Kinder aller Altersgruppen nicht erschöpft war, sondern fortschreitet, zeigt sich nun an den nackten Zahlen: Nach aktuellem Stand kann die Gemeinde 17 Kinder, die ab Herbst einen Hort- oder Nachmittagsbetreuungsplatz an der Grundschule Gräfelfing benötigen, nicht unterbringen. Und das, obwohl sie an beiden Grundschulen bereits insgesamt 170 Kinder nachmittags betreut - die 200 Hortplätze noch gar nicht eingerechnet.

Weil die Einschreibungsfrist in diesem Jahr noch bis Ende Juni läuft (ab nächstem Jahr wird sie vorverlegt), wurde dieser Bedarf auch erst jetzt offenkundig. Für die Gemeinde bedeutet das einmal mehr massiven Zeitdruck, wenn sie bis Herbst die erforderlichen Plätze schaffen will. Um dieses ehrgeizige Ziel allein theoretisch überhaupt erreichen zu können, ließ Bürgermeister Christoph Göbel sich am Dienstag vom Gemeinderat Sondervollmachten geben - und das einstimmig. Er darf nun ohne Rücksprache Personal einstellen, Bauaufträge erteilen und die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen.

Geplant ist freilich kein massiver Neubau, sondern die Errichtung eines so genannten Modulbaus (vulgo: Container). Er soll zwei Räume aufweisen und auf dem Gelände der Volksschule Gräfelfing stehen, an der Grenze zum Lehrerparkplatz, in der Nähe der Haberlstraße. Somit können die Kinder die Sanitäranlagen in der Schule mitnutzen. Unter Umständen wird die neu zu bildende Betreuungsgruppe auch in die Schule integriert und die neuen Räume lediglich für bestimmte Tätigkeiten als Ausweichquartier von allen genutzt. Zunächst will die Gemeinde diesen Modulbau nur mieten; ob ein Dauerzustand und Ankauf daraus wird, muss die Bedarfsentwicklung der nächsten Jahre zeigen.

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