Frauen in der Katholischen Kirche

Maria 2.0 im Würmtal eher zurückhaltend

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Die Bewegung Maria 2.0 hat das Würmtal erreicht. Der Protest gegenüber der von Männern dominierten Katholischen Kirche hält sich jedoch in Grenzen.

Würmtal „Frauen sollten mehr zu sagen haben“, findet Gerda Siegert (82), Leiterin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) in Stockdorf. Sie begrüßt die Bewegung Maria 2.0. Diese setzt sich unter anderem dafür ein, dass Frauen Zugang zu allen Ämtern der katholischen Kirche bekommen. Außerdem soll das Zölibat abgeschafft werden.

Erika Weichelt (80), Vorsitzende des KDFB von Planegg, Krailling und Martinsried, steht ebenfalls dahinter. „Es ist ungerecht.“ Die ehemalige Pfarrgemeinderatsvorsitzende von St. Nikolaus in Neuried, Gisela Meyer, pflichtet ihr bei: „Ich verstehe gut, dass man für die Belange der Frauen kämpft.“ Es sei wichtig, dass etwas in Bewegung komme. „Die Zeit für Priesterinnen ist glaube ich noch nicht reif, denn Realität ist: kirchliche Prozesse brauchen Zeit.“ Sie selbst ist ein gutes Beispiel dafür, dass Frauen sich in der katholischen Kirche einbringen können. Sie ist als Lektorin tätig, als Kommunionhelferin und als Wortgottesdienstleiterin. Sie sei berechtigt, Andachten, Bittgänge und Kreuzwege, Maiandachten und werktägliche Wortgottesdienste zu halten. „Für mich könnte es auch Diakoninnen geben“, so Gisela Meyer.

„Für Diakoninnen setzt sich der Frauenbund schon lange ein“, erklärt Siegert. Weichelt setzt Maria 2.0 mit dem Kampf um das Wahlrecht für Frauen gleich. Dennoch geht im Würmtal keiner auf die Straße. Die Initiatoren von Maria 2.0 hatten für diese Woche im Marienmonat Mai deutschlandweit einen Streik angesetzt. Davon ist im Würmtal nichts zu spüren. Frauen, die im Würmtal regelmäßig die Kirche besuchen, seien alt und schwer zu mobilisieren, erklärt Siegert. Die 82-Jährige weist außerdem darauf hin, dass am Sonntag in Stockdorf Erstkommunion gefeiert wird. Sie könne von Müttern und Großmüttern nicht verlangen, ihre Kinder da nicht zu begleiten. Sie selbst gehe am Sonntag zum ersten Mal in ihrem Leben auf eine Demonstration. Da setze sie ein Zeichen für Europa, und das sei auch wichtig.

Es gibt auch die Skepsis, ob ein Streik das richtige Mittel ist, die Ziele zu erreichen. „Wenn ich nicht in die Kirche gehe, bestrafe ich mich ja selbst“, sagt Meyer. Friederike Tschochner, Pfarrgemeinderätin von St. Elisabeth in Planegg, kann schon den Zielen der Bewegung wenig abgewinnen. Zum Streik sagt sie: „Das ist nicht christlich, wenn man die Kirche boykottiert.“ Und auch Gräfelfings Pfarrer Markus Zurl sagt: „Ich halte davon nichts. Sich selber vom Gottesdienst auszuschließen, wird nichts verändern.“

Maria 2.0 hat inzwischen eine berühmte Unterstützerin bekommen: Ilse Aigner stellt sich mit klaren Worten hinter die Protestbewegung

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