Generationswechsel nach Jahrhunderten: Bei Maria Eich übernehmen demnächst jüngere Bäume die Funktion als Lebensraum für Insekten und Vögel.

Maria Eich: Alte Eichen bewahren

Planegg - Was, wenn die ältesten der alten Eichen von Maria Eich einmal nicht mehr sind? Das Umweltamt der Gemeinde Planegg baut für diesen Fall vor.

Wohnraum schaffen, so lautet eine aktuelle Forderung. Langfristig planen sollten die Kommunen, so heißt es. Die Gemeinde Planegg macht sich diesbezüglich an die Arbeit, genauer: das Umweltamt der Kommune. Was, wenn die ältesten der alten Eichen von Maria Eich einmal nicht mehr sind? Wohin mit den Fledermäusen, den seltenen Käfern und den Vögeln, die im Totholz der 300 Jahre alten Methusalem-Bäume leben? In etwa 50 Jahren werden die ganz alten Eichen vermutlich zusammengebrochen sein. Dann brauchen die Tiere einen neuen Lebensraum. Und der soll jetzt geschaffen werden.

Die nächste Generation Bäume sei noch nicht so weit, die Tiere aufzunehmen, erklärt Richard Richter, Leiter des Planegger Umweltamtes. Es gebe 80 bis 100 Jahre alte Eichen. „Aber die sind noch nicht so weit, weil sie in Konkurrenz zu Nachbarbäumen stehen“, erklärt er.

Doch bevor man einzelne Bäume freischlage, die dann die Funktion der alten übernehmen könnten, schaue die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes München erstmal, ob es sich überhaupt lohne, neuen Lebensraum zu schaffen. Also werden die Eichen jetzt kartiert. „Man schaut, was da ist“, erklärt Richter. So genau wisse derzeit keiner, welche Tiere dort leben. „Da wird vermutlich eine Menge zu Tage treten“, sagt er. Am gestrigen Montag habe ihm die Untere Naturschutzbehörde bestätigt, dass die Kartierung definitiv heuer gemacht werde. Die finanziellen Mittel dafür seien vorhanden. Derzeit hole die Behörde Angebote ein. Bereits im April könnte es losgehen. Bis Herbst gebe es dann mehrere Kartierungsgänge, um möglichst sämtliche Lebewesen zu dokumentieren.

Sollte es nötig werden, Bäume freizuschlagen, übernimmt das der Forst. Richard Richter ist an dieser Stelle wichtig, dass die Öffentlichkeit vorher informiert werde. Das habe ihm der Forst zugesagt. „Sonst ist hier der Teufel los, wenn da oben im Wald die Säge geht“, sagt er. Schließlich gebe es solche Bäume nur einmal auf Gemeindeflur. Die nächsten vergleichbaren Bäume vermutet Richter im Eichelgarten im Forstenrieder Park.

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