Blick aus der Vogelperspektive auf das geplante Ensemble im Zentrum Martinsrieds: Das quadratische Gebäude südlich des Anger stellt ein Hotel dar, der Gebäudekomplex mit Innenhof wird mehrere Nutzungen vereinen. gkn

Marktplatz nimmt Formen an

Martinsried - Die neue Ortsmitte Martinsried kristallisiert sich immer deutlicher heraus. Der Bauausschuss hat jetzt grünes Licht gegeben für die Gestaltung des Marktplatzes.

Dort soll ein Hotel entstehen sowie ein Gebäudekomplex mit Studentenwohnungen, Einzelhandel und Arztpraxen. Es ist das letzte große unbebaute Grundstück im Herzen Martinsrieds und so groß wie der Münchner Marienplatz: Auf über 6000 Quadratmetern erstreckt sich die Wiese an der Ecke Lochhamer Straße/Fraunhoferstraße. Ein Investor, die Grammer Immobilien GmbH aus Amberg, hat das Filetgrundstück erworben. Im Dialog mit der Gemeinde und unter Berücksichtigung der Vorgaben aus der Martinsrieder Ortsmitteplanung konzipierte ein Architekturbüro einen ersten Entwurf für das Grundstück. Am Montag wurde er im Bauausschuss der Öffentlichkeit präsentiert.

Geplant sind demnach zwei Gebäude. Das erste, ein 16,5 Meter hoher Gebäudekörper mit verschiedenen Nutzungen, wird auf besagtem Grundstück entstehen. Im Erdgeschoss ist ein Bioladen, eine Drogerie, eine Apotheke und eine Eisdiele vorgesehen. In den oberen drei Stockwerken Praxen, hochwertige Wohnungen und kleine Studentenwohnungen. Das Gebäude wird einen großzügigen Innenhof mit Spielplatz oder anderen Freizeitnutzungen erhalten. Die Fraunhofer Straße soll aufgelassen und zu einer Fußgängerzone umgestaltet werden, in der Überlegung sind Wasserspiele und Bänke zum Verweilen.

Das zweite Gebäude, das am Ende des Anger direkt an der Fraunhoferstraße/Lochhamer Straße entstehen soll, ist als Hotel gedacht. Vorgesehen sind mindestens 48 Zimmer mit einem öffentlichen Café im Erdgeschoss. Das Hotel, im Gespräch ist die Planegger Konditor-Familie Asemann als Betreiber, wird über eine Wandhöhe von 13,2 Metern über drei Stockwerke verfügen. Da der große Gebäudekomplex viel Verkehr anziehen wird, ist der Bau einer Tiefgarage unumgänglich. Diese wird auf zwei Stockwerken bis zu 230 Stellplätze aufweisen. Um dem Investor detaillierte Vorgaben machen zu können, wird die Gemeinde einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Grundstück aufstellen. Der Bauausschuss stimmte diesem Vorgehen zu.

„Ich hoffe, das Konzept begeistert die Martinsrieder“, sagte Bürgermeisterin Annemarie Detsch in der Sitzung. Herbert Stepp (Gruppe 21) lobte das „überzeugende“ Konzept, bat allerdings darum, bei den weiteren Planungen eine Trasse für eine Stadtumlandbahn oder Trambahn zu berücksichtigen. Zudem forderte er ein schlüssiges Radwegekonzept. Alfred Pfeiffer (SPD) lobte den Entwurf als „hervorragend“.

Im Laufe des weiteren Bebauungsplanverfahrens will das Rathaus die Martinsrieder mit ins Boot holen und einen Informationsabend veranstalten, bei dem die Bürger Anregungen und Wünsche äußern dürfen.

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