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Zukunft in der Schwebe: Das Martinsrieder Dorffest fand letztmals 2014 statt (Foto). Heuer musste es abgesagt werden, nachdem mehrere Leistungsträger aus dem Organisationsteam ausgefallen waren. Das soll nicht noch einmal passieren. 

Nach Dorffest-Absage

Nachwuchssorgen beim Verein Miteinander

Martinsried - Der Martinsrieder Verein Miteinander soll neu aufgestellt werden. So etwas wie das abgesagte Dorffest soll nicht noch einmal passieren. „Miteinander 2.0“ lautet jetzt die Devise.

Breiter, offener und flexibler. In anderen Worten: fit für die Zukunft. Der Verein Miteinander aus Martinsried steckt im Umbruch. 2017 wird für ihn ein Jahr der Veränderung. „Miteinander 2.0“ lautet der Versuch, ihn neu zu ordnen, um ihn zukunftsfähig zu machen. Während andere Vereine sich Sorgen wegen ausbleibenden oder wenig engagierten Nachwuchses machen, ist beim Verein Miteinander derzeit gar kein Nachwuchs vorgesehen. Um also fit für die Zukunft zu werden, braucht es zuallererst eine Satzungsänderung.

Die ursprüngliche Satzung des Vereins von vor zwölf Jahren habe Vorteile gehabt, meint die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Anneliese Bradel. Danach sollten 15 Mitglieder reichen und der Vorstand sollte aus dem Kreis der Mitglieder gewählt werden. So sei man handlungsfähig und flexibel gewesen. „15 Mitglieder waren schnell zusammengerufen“, erklärt sie. Doch was den selbstgewählten begrenzten Mitgliederkreis betreffe, weiß sie jetzt: „Damit stellen wir uns selber ein Bein.“ Nach der Satzungsänderung müssen dann neue Mitglieder geworben werden.

Der Verein war ursprünglich gegründet worden, um die halbe Stelle des evangelischen Diakons zu finanzieren. Dieser Aufgabe kommt er heute noch nach. Inzwischen veranstaltet der Verein aber auch das Martinsrieder Dorffest und das Entenrennen, er finanziert beispielsweise den Musikunterricht zahlreicher Kinder und die Schrauber-Hütte in Planegg. Und immer trägt der gleiche Personenkreis die Verantwortung. Das reiche nicht mehr. Die meisten der heute 15 Mitglieder sind Gründungsmitglieder.

Als heuer drei Leistungsträger zeitweise ausfielen, musste das Martinsrieder Dorffest abgesagt werden. „Das hat uns die Augen geöffnet“, sagt Anneliese Bradel. Mit der Absage des Dorffestes, sind dem Verein Einnahmen entgangen, die er zur Erfüllung seiner Aufgaben benötigt. Die Diakonstelle kann beispielsweise nur bezahlt werden, wenn Geld in die Kasse kommt. Also ist Handeln gefordert. „Wir suchen ein besseres Konzept“, erklärt Anneliese Bradel. Laut ursprünglicher Satzung müssten die Einnahmen des Vereins zu einem Drittel aus privaten Spenden und Nachlässen, zu einem Drittel aus Spenden von Firmen und zu einem Drittel aus dem Erlös eigener Veranstaltungen wie dem Entenrennen bestehen. „Das haben wir noch nicht erreicht“, lautet Bradels Bilanz. Auf die neuen Mitglieder und den neuen Vorstand wartet damit auch die Aufgabe, diese Vorgabe zu erfüllen.

Anneliese Bradel und die Vereinsvorsitzende Beate Dürrschmidt hatten ursprünglich angepeilt, den Verein schon bei der nächsten Wahl im Februar dem Nachwuchs zu überlassen. „Aber das klappt nicht“, meint Anneliese Bradel. Immerhin starten soll der Wandel bis kommenden März. „Wir werden den Verein nicht loslassen“, versichert Bradel. „Bis er zukunftssicher ist, werden wir weiterarbeiten“, sagt sie. „Ich mag nicht mit 83 Jahren dem Verein Miteinander vorstehen. Aber ich will wissen, dass es ihn dann noch gibt.“

Victoria Strachwitz

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