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Ein Saal, mehrere Lager: Bürgermeister Hofmann (re.) musste Kritik von Bürgern zur Kenntnis nehmen, die ihre Belange in der Planegger Politik nicht wiederfinden.

Bürgerversammlung

Martinsrieder fühlen sich übergangen 

Auf der Planegger Bürgerversammlung wird sachlich über Asyl gesprochen - dafür leidenschaftlich über Martinsrieder Befindlichkeiten gestritten.

Mit einer Schweigeminute für die Opfer der Anschläge in Paris begann am Montagabend die Bürgerversammlung der Gemeinde Planegg. „Auch wir fühlen mit unseren französischen Freunden“, sagte Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD), bevor er zur Tagesordnung und seinen Bericht über die aktuellen Themen der Planegger Politik überging. Hofmann, der zum ersten Mal eine regulären Bürgerversammlung leitete, erlebte einen ruhigen Abend: rund 170 Besucher, viele freie Plätze im Kupferhaus und nur 21 Wortmeldungen – zu den unterschiedlichsten Themen, von der Sicherheit für Radfahrer über die Schließung der Martinsrieder Sparkassenfiliale bis zur Zukunft von MicasaSucasa und Purogelato.

Die Unterbringung von Asylbewerbern war zwar auch Thema, sorgte aber für weniger Erregung als noch bei den Informationsabenden der letzten Monate. Vielleicht auch, weil es derzeit keine echten Neuigkeiten gibt. Die Standorte am Planegger Friedhof und im Parc de Meylan in Martinsried sind beschlossen, die Miet- und Pachtverträge unterschrieben, die Arbeiten im Gange.

Die nächste Standortdebatte schien am Montagabend aber bereits auf. Daran, dass weitere Unterkünfte gebraucht werden, und Planegg diese dem Landratsamt auch anbieten will, ließ Hofmann keinen Zweifel. Wenigstens eine weitere Unterkunft für 140 Menschen müsse Planegg im kommenden Jahr bereitstellen.

Diese Größenordnung ergibt sich aus den neuesten Zahlen des Landratsamtes, die Landrat Christoph Göbel (CSU) den Planeggern auf der Bürgerversammlung präsentierte. „Ich sehe, dass wir eine gerechte Verteilung zwischen Planegg und Martinsried hinbekommen müssen“, sagte Hofmann. Auch wenn die Liste mit den Positivstandorten noch nicht endgültig beschlossen sei, werde die nächste Unterkunft sicher nach Planegg kommen.

Doch die Möglichkeiten werden geringer. Von 36 auf ihre Eignung geprüften Standorten fanden zuletzt nur sechs eine Mehrheit im Gemeinderat. Vier davon liegen im Ortsteil Planegg, einer an der Otto-Pippl-Straße. Anwohner der benachbarten Liesl-Karlstadt-Straße sprachen sich auf der Versammlung gegen diesen gemeindlichen Grünstreifen aus. Und Hofmann signalisierte, dass er auch er mittlerweile von dem Standort absehe. Für den angrenzenden privaten Acker stehe eine Bebauung in Aussicht, und man würde mit einer Asylbewerberunterkunft möglicherweise auf Jahre die Planungen erschweren.

Ins Gespräch brachten Bürger auch eine weitere, private Fläche an der Fürstenrieder Straße, über die im Rat bislang nicht beschieden wurde. Andere Bürger sprachen sich aber gegen eine Konzentration der Unterkünfte in dieser Gegend aus.

Leidenschaftlicher als die Beiträge zur Unterbringungsdebatte fielen die Forderungen einiger Martinsrieder nach stärkerer Berücksichtigung ihrer Belange in der Ortspolitik aus, die bis hin zum Wunsch nach einen eigenen Ortssprecher reichten. Hierauf musste Hofmann selbst gar nicht antworten, weil sich Widerspruch unter den Besuchern regte. Die provokante Frage nach den rechtlichen Möglichkeiten für eine Abspaltung Martinsrieds überhörte auch der angesprochene Landrat Göbel elegant.

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