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Auf einem Martinsrieder Feld trainiert er für die ugandische Savanne: Marathon-Läufer Joachim Henn bereitet sich auf seinen karitativ-sportlichen Einsatz in Afrika vor.

Marathon in der Savanne

Marathon durch Ugandas Steppe für den guten Zweck:  Martinsrieder sammelt  für Kinder aus ärmsten Verhältnissen.

Mindestens 10 000 Euro oder zehn Patenschaften benötigt Joachim Henn, um bei einem Spendenlauf in Uganda an den Start gehen zu dürfen. Es ist ein ungewöhnlicher Ort, den sich Joachim Henn für seinen fünften Marathon ausgesucht hat. Der leidenschaftliche Läufer aus Martinsried reist vom 20. bis 28. Mai nach Uganda. „Ich will Kindern dort einen besseren Start in ihr Leben ermöglichen. Dafür bin ich auch bereit, extremen Einsatz zu bringen“, sagt der 45-Jährige.

Nicht nur körperlich, auch finanziell ist sein Engagement erheblich: Jeder Teilnehmer trägt die Kosten für Logistik, Übernachtungen und Verpflegung selbst. Inklusive Hin- und Rückflug belaufen sie sich auf etwa 2500 Euro. Die Startvoraussetzung ist ein Minimum von 10 000 Euro an gesammelten Spendengeldern für das Kinderhilfswerk Compassion. Alternativ dazu übernimmt die Organisation auch für jede vermittelte Patenschaft 1000 Euro.

Compassion richtet das Event gemeinsam mit der internationalen christlichen Männerbewegung „Der vierte Musketier“ aus. Die Veranstaltung nennt sich in Anlehnung daran „Muskathlon“ und wird seit 2012 in unterschiedlichen Ländern ausgetragen. Neben den sportlichen Strapazen eines Marathons durch die ugandische Savanne erlebt dort jeder Teilnehmer auch die Not, gegen die er sich einsetzt, hautnah: Die Wettkampfstrecke führt an Kinderzentren von Compassion vorbei. Zudem besuchen die Sportler während ihres Aufenthalts mehrere Hilfsprojekte.

Das Thema soziale Gerechtigkeit beschäftigt Henn seit seinen Zwanzigern. „Man muss sich einmal ansehen, unter welchen Umständen Menschen in manchen Teilen der Welt leben. Mittlerweile habe ich selbst drei Kinder, und so würde ich sie nicht aufwachsen sehen wollen“, sagt Henn. Der Familienvater ist Gemeindereferent in einer evangelischen Freikirche in Großhadern. „Ich bin der Meinung, dass Glaube und soziales Engagement zwei Seiten derselben Medaille sind.“

Dass er sozialen Einsatz mit seiner sportlichen Leidenschaft kombinieren kann, begeistert Henn. Er fing 2007 mit dem Laufen an, um nach vielen Jahren als Fußballer seine Rückenprobleme in den Griff zu bekommen. Bald steigerte er sein Pensum nach und nach, bis er 2009 seinen ersten Marathon lief. Seitdem sind drei weitere dazugekommen.

 Als Mitbegründer des deutschen Ablegers des „vierten Musketiers“ reizt es Henn schon länger, an einem Muskathlon teilzunehmen. Bereits im vergangenen Jahr wollte er dafür nach Kenia reisen. Henn und seine Familie entschieden sich dagegen, zumal sie damals gerade erst umgezogen waren. Dieses Jahr nimmt er die Herausforderung in Uganda an. „Meine Familie unterstützt mich sehr. Die gemeinsamen Pfingstferien müssen dafür ja leider ausfallen, aber alle haben volles Verständnis“, sagt Henn.

Seine Kinder, elf, neun und vier Jahre alt, finden die Aktion sehr spannend. „Vor allem die beiden Älteren haben durch Flüchtlingskinder in ihren Klassen selbst eine Vorstellung von Ungerechtigkeit und Leid bekommen. Deshalb stehen sie sehr positiv dazu und sind neugierig darauf, wie es mir in Uganda ergeht“, sagt Henn. Auch seine Frau hat keine Bedenken wegen der Reise. 

Spenden für Joachim Henns Lauf können unter www.muskathlon.com vorgenommen werden

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